[pm] Sichere Straßen! Kidical Mass Aktionsbündnis fordert Tempo 30 jetzt.
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Do Sep 3 09:14:40 CEST 2026
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Gemeinsame Pressemitteilung
Sichere Straßen! Kidical Mass Aktionsbündnis fordert Tempo 30 jetzt.
Seit 2020 finden bundesweit Familienfahrraddemos für kindgerechte Straßen mit zehntausenden Teilnehmenden statt. Zum Schulbeginn rückt die Sicherheit von Schulwegen jedes Jahr politisch in den Fokus - an der Situation vor Ort ändert sich bisher aber nur wenig. Ein breites Bündnis fordert mit den Demonstrationen eine zügige Umsetzung wirksamer Maßnahmen. Bei den Kidical Mass-Aktionstagen vom 12. bis 27. September können die Kinder mit ihrem Fahrrad sicher auf der Straße fahren.
Berlin, 03. September 2026. Nicht die Kinder müssen vorsichtiger werden, sondern die Straßen sicherer: Zu viel Autoverkehr und mangelhafte Infrastruktur erschweren die eigenständige Mobilität von Kindern und verringern so ihren Bewegungsradius. Eine forsa-Umfrage<https://link.mediaoutreach.meltwater.com/ls/click?upn=u001.shaiF3-2Bb90N6gRRgKFVZ6DvxJgVUvOLhFIMMVFmVWUg-2FHCcjfhc2AsO6bhBAI8WIevJtdDfsC6KSS3WztXPTh8Ef2mzb6ga9hAL8r32mPVgaw8m116L9Q6sAbV-2F76foRGUe59aF4Kl0hJq-2FndZxm8w-3D-3D45ot_YwRbrzAL9iZPgMDWEOBP8vqRnZblXfh5ceuKoHNEn6uw8QCEhbCv9VSHegzULXPnjpabswTVGTHYZLlsiC4Kg8xKYcpI6zzHsD9gdCDUEgogexebQzTfa8fKpU7e48yeC0f7ndBSq-2Fyw3Q8WJSLzuxNVqgwRhLtEW9pOgrXeOwjw-2BVoJJIbF1iISAwlVNPa8s6HLLeYYd-2Fjkph4aggMHtK0n-2BVCwtH9FKM1HOuNHg0qdKyDTWL1AzwZySmeulg-2F0rFa7R7Zo7-2BUXgiVMNw-2FVBp-2B4cAv-2B7JO9ZyAYJPpvkD-2Bz5M7EewJt8SMic8f83hSz5fwpK4StgcInuTkuItBHCVKsB8fpoU1tao-2FahE0IbLvf2MSCTOPMCZpAwsNXRpQZ> aus dem Jahr 2025 zeigt: Jedes fünfte Elternteil schätzt den Schulweg des eigenen Kindes als unsicher ein. In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie bei Eltern unter 40 Jahren sind es sogar 25 Prozent. Ein Drittel der Befragten hat bereits gefährliche Situationen durch Elterntaxis erlebt. Gleichzeitig befürworten mehr als 90 Prozent der Eltern konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit, darunter sichere Querungsmöglichkeiten, Tempo 30 und verkehrsberuhigte Zonen vor Schulen.
Mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde die Einführung von Tempo 30 zwar auf dem Papier vereinfacht, auf der Straße ist davon allerdings bisher wenig angekommen. Auch die anderen erforderlichen Veränderungen sind schon seit langem bekannt: sichere und dichte Fuß- und Radwegenetze, verkehrsberuhigte Schulstraßen sowie gut einsehbare Querungen.
Für Kinder sollte es selbstverständlich sein, selbst zu erfahren, dass Radfahren Spaß macht und eigenständige Mobilität ermöglicht. Doch die Sorgen um ihre Sicherheit im Straßenverkehr sind bei Eltern groß, und damit Kinder sich sicher im Straßenverkehr bewegen können, muss dringend gehandelt werden.
Das Kidical-Mass-Bündnis will die Menschen für eine kindgerechte Mobilität begeistern. Fahrradfahren muss sicher und bequem werden, damit alle Generationen aufsatteln.
Ragnhild Sørensen, Changing Cities, sagt: "Als ich Kind war, bin ich seit der ersten Klasse mit meinem gelben Rad zur Schule gefahren. Das war das erste Gefühl von Freiheit und Selbständigkeit. Diese Freude soll jedes Kind erleben dürfen, denn es ist wegweisend für ein erfülltes Leben. Das geht aber nur, wenn wir Erwachsenen den Rahmen dafür setzen: mit sicheren Rad- und Fußwegen und maximal Tempo 30 für den Autoverkehr. Verkehrsplanung für das gute Leben, sozusagen!"
Matthias Kurzeck, VCD-Bundesvorsitzender, sagt: "Kinder brauchen keine leeren Versprechungen, sondern sichere Straßen - und zwar jetzt. Tempo 30 innerorts, dichte Fuß- und Radwegenetze, autofreie Schulstraßen und sichere Querungen machen den Verkehr nachweislich sicherer und ermöglichen Kindern, eigenständig unterwegs zu sein. Es darf nicht sein, dass Eltern ihre Kinder aus Angst mit dem Auto zur Schule fahren müssen und damit das Problem noch verschärfen. Die Lösungen sind längst da, jetzt muss die Politik handeln."
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, sagt: "Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad bewegen können. Kinder, die sich selbstständig im Straßenverkehr bewegen und beispielsweise mit dem Rad zur Schule kommen, tun etwas für ihre Gesundheit und entwickeln vor allem ein Gefühl für ihren Sozialraum und ihre Mitmenschen. Das stärkt ihre Eigenständigkeit und fördert ihr Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen in der Wahrnehmung unterschiedlicher Lebensverhältnisse. Daher fordern wir eine an den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtete Verkehrspolitik und eine echte Mobilitätswende."
Weitere Informationen zu den Kidical Mass-Aktionstagen: https://www.vcd.org/artikel/kidical-mass-aktionswochen
Pressekontakte:
CC: Ragnhild Sørensen * ragnhild.soerensen at changing-cities.org<mailto:ragnhild.soerensen at changing-cities.org> * +49 171 535 77 34
VCD: Jan Langehein * presse at vcd.org<mailto:presse at vcd.org> * 030/280351-12
DKHW: Uwe Kamp * presse at dkhw.de<mailto:presse at dkhw.de> * +49 160 6373155
Changing Cities e.V. fördert zivilgesellschaftliches Engagement für lebenswertere Städte. Das bislang größte Projekt von Changing Cities e.V. ist der Volksentscheid Fahrrad in Berlin, mit dem es 2016 gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen. Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürger*inneninitiativen, die sich im Bereich nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen, mit Kampagnenwissen oder stößt solche Initiativen an. Changing Cities ist als gemeinnützig anerkannt.
Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße - egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Mehr als 50.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.
Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus Spenden, auch dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.
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