[PM] 1000 Absichtserklärungen für Zivilen Ungehorsam gegen Laufzeitverlängerungen

Presseteam Runterfahren pressekontakt at runterfahren.org
Fr Mär 17 11:45:47 CET 2023


*17.03.2023*

Am gestrigen Donnerstag hat die CDU-Fraktion im Bundestag einen 
Gesetzentwurf für Laufzeitverlängerungen der deutschen Atomkraftwerke 
vorgelegt. Dort heißt es, dass die AKW Emsland, Neckarwestheim und Isar 
II nicht wie geplant am 15. April vom Netz gehen, sondern noch bis Ende 
2024 weiterlaufen sollen. Dieser Gesetzentwurf stößt auf großen 
Widerstand unter Atomkraftgegner*innen: Mehr als 1000 Menschen der 
Kampagne "Runterfahren" kündigen an, sich an Aktionen Zivilen 
Ungehorsams zu beteiligen, falls Politik und Betreiber tatsächlich in 
Erwägung ziehen, eines der oder alle drei AKW länger am Netz zu lassen.

Sie haben folgende Selbstverpflichtung auf der Kampagnenseite von 
Runterfahren unterzeichnet:

*„Atomenergie ist eine der gefährlichsten und am wenigsten nachhaltigen 
Formen der Energiegewinnung. Wenn die laufenden Atomkraftwerke über den 
15.4.2023 hinaus in Betrieb bleiben sollen, werde ich mich an 
gewaltfreien Aktionen Zivilen Ungehorsams gegen den Ausstieg aus dem 
Ausstieg beteiligen.“*

In den letzten Monaten haben bereits drei Warnblockaden vor den AKW in 
Neckarwestheim (26.11.22), Lingen (29.1.23) und Landshut (4.3.23) 
stattgefunden.

Die 1019 Unterzeichner*innen sind zwischen 18 und 91 Jahre alt, unter 
ihnen eine Sozialökonomin, ein Atomphysiker, eine Mediatorin, ein 
Monteur, ein Landeskirchenrat, eine Tischlerin, ein Feuerwehrmann, ein 
leitender Hubschrauber-Notarzt, eine Freiwilligendienstlerin, ein 
Busfahrer, ein ehemaliger Referatsleiter im Bundesumweltministerium, ein 
Landtagsabgeordneter, eine Pastorin, ein Industriemechaniker, eine 
Psychotherapeutin und ein Solarteur. Sie kommen aus Flensburg, 
Ravensburg, Aachen oder Leipzig. Sie haben viele Tage und Nächte auf der 
Straße verbracht, um gegen die Nutzung von Atomenergie zu protestieren. 
Sie haben gemahnt, gefastet, gebetet, Bildungsarbeit gemacht, 
Castor-Züge und Straßen blockiert, Gleisbetten ausgehöhlt, sich an 
Betonpyramiden angekettet, Straßen untertunnelt, Infoveranstaltungen 
durchgeführt, Banner gemalt und sich gefreut, als ihre Arbeit Früchte 
trug und es unter dem Eindruck von dem GAU in Fukushima zum Atomausstieg 
kam. Jetzt kündigen sie an, dass sie gewaltfreien Widerstand gegen die 
Pläne zum Weiterbetrieb von AKW leisten werden. Auch wenn die AKW wie 
geplant am 15. April abgeschaltet werden, dann aber zu einem späteren 
Zeitpunkt über ein Wiederanfahren diskutiert werden sollte, wollen die 
Atomkraftgegner*innen aktiv werden.

Clara Tempel, Pressesprecherin der Kampagne, erklärt: „Wir werden uns 
mit vielen Atomkraftgegner*innen den Laufzeitverlängerungen 
entgegenstellen, wenn es zu einem Ausstieg aus dem Atomausstieg kommt. 
Die Schrottreaktoren müssen sofort abgeschaltet werden. Mit jedem Tag 
steigt das Risiko für Störfälle und die Gefahr einer radioaktiven 
Verstrahlung. In Westeuropa wären bei einer einzigen Kernschmelze 
durchschnittlich 28 Millionen Menschen von einer Kontamination mit mehr 
als 40 Kilobecquerel pro Quadratmeter betroffen (Quelle siehe unten). 
Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge dürfte es einmal in 10 bis 20 
Jahren zu einer Kernschmelze in einem der derzeit aktiven Reaktoren 
kommen. 2011 war das letzte extreme Reaktorunglück - die Uhr tickt."

Die Kampagne Runterfahren setzt sich aus früheren 
Organisationsstrukturen von X-tausendmal quer gegen Castor-Transporte 
ins Wendland, lokalen Anti-Atom-Initiativen und Aktivist*innen der 
Klimagerechtigkeitsbewegung, sowie aus queerfeministischen und 
antimilitaristischen Kontexten zusammen. Sie engagiert sich gegen 
Laufzeitverlängerungen und für ein sofortiges Abschalten aller 
Atomanlagen in Deutschland ein. Gemeinsam mit der 
Klimagerechtigkeitsbewegung kämpft sie damit für einen Ausbau der 
regenerativen dezentralen Energieversorgung statt Nutzung von fossiler 
und atomarer Energie.

Quelle Nuklearer GAU: https://www.mpg.de/forschung/kernenergie-nuklearer-gau
Gesetzentwurf: https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-938258
Liste der Unterzeichner*innen: https://runterfahren.org/selbstverpflichtung/
Fotos zur freien Verwendung unter Angabe der angegebenen Quelle: 
https://www.flickr.com/photos/junepa/albums/72177720303433063

*Für Interviews stehen wir gerne zur Verfügung, wir vermitteln auch 
gerne Unterzeichner*innen der Selbstverpflichtung für Interviews:*
Telefon: 01573-9802893
Mail: pressekontakt at runterfahren.org
Twitter: https://twitter.com/AKWRunterfahren
Website: www.runterfahren.org

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