[PM] Atomkraftwerk Isar II blockiert - Aktivist*innen fordern endgültigen Atomausstieg
Presseteam Runterfahren
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Sa Mär 4 13:54:54 CET 2023
Landshut, 4.3.2023
Seit 13 Uhr blockieren rund 50 Menschen der Initiative "Runterfahren"
das AKW Isar II in der Nähe von Landshut. Sie sitzen in Kleingruppen auf
mehreren asphaltierten Zufahrten zum Atomkraftwerk und stören damit den
reibungslosen Betriebsablauf. So mussten die Beschäftigten zum Beispiel
mit einem Reisebus aus dem Kraftwerksgelände befördert werden. Die
Polizei ist vor Ort und ist zum Teil handgreiflich gegen die
gewaltfreien Protestierenden vorgegangen. Die Blockade dauert trotzdem
weiter an.
Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima und unter dem Druck der
Anti-Atom-Bewegung hat die Bundesregierung 2011 entschieden, dass alle
deutschen Atomkraftwerke bis spätestens zum 31.12.2022 vom Netz gehen
sollen. Wegen einer angenommen Gasknappheit hat der Bundestag Ende
letzten Jahres einen sogenannten Streckbetrieb bis zum 15.4.2023 für die
verbleibenden drei AKW in Deutschland beschlossen. Diese Debattenöffnung
haben Atombefürworter*innen zum Anlass genommen, erneut Forderungen für
langfristige Laufzeitverlängerungen in den politischen Diskurs
einzubringen. So wurde z.B. im Februar ein entsprechender Antrag der CDU
im Bundestag diskutiert. Ein starker Verfechter von
Laufzeitverlängerungen über den 15. April hinaus ist auch der bayrische
Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Clara Tempel, Pressesprecherin von
Runterfahren, sagt: "Wir blockieren heute das AKW vor Söders Haustür, um
deutlich zu machen, dass Laufzeitverlängerungen keine Option sind.
Atomkraftwerke sind zu gefährlich, sie sind nicht geeignet, um
Gaskraftwerke zu ersetzen und sie stehen für eine veraltete,
zentralisierte Energieversorgung".
Für die Sitzblockade am AKW Isar II sind Menschen zwischen 18 und 80
Jahren aus ganz Deutschland angereist. Es beteiligen sich u.a. auch
Aktive der Musikaktionsgruppe "Lebenslaute" und von ROBIN WOOD. Viele
der Blockierenden kommen direkt vom gestrigen Klimastreik. Sie wollen
deutlich machen, dass Klimaschutz nur ohne Atomkraftwerke möglich ist,
denn Atomkraft blockiert die längst überfällige Energiewende. Zudem sei
das Betreiben von AKW viel zu gefährlich und das Atommüllproblem immer
noch nicht gelöst. Sie fordern eine rasche Umstellung auf eine
regionale, dezentrale und erneuerbare Energieproduktion. "Es wird Zeit,
sich von dieser Vergangenheitstechnologie zu verabschieden. Wir brauchen
keine Atomkraftwerke, wir brauchen Zukunftsenergie!", sagt Clara Tempel.
Bei der Aktion handelt es sich um eine Warnblockade. "Wenn tatsächlich
Laufzeitverlängerungen beschlossen werden oder im Herbst über ein
Wiederanfahren der Atommeiler nachgedacht werden sollte, werden wir mit
noch viel mehr Menschen wiederkommen und entschlossenen Zivilen
Ungehorsam leisten.", betont Tempel.
Die Aktion in Bayern ist bereits die dritte Warnblockade der Initiative
Runterfahren. Die Aktivist*innen haben im November letzten Jahres das
AKW Neckarwestheim in Baden-Württemberg und im Januar das AKW Emsland in
Niedersachsen blockiert. Bei beiden Blockaden hat die Polizei nicht
eingegriffen. Auch bei der heutigen Aktion wurde durch eine vorherige
öffentliche Ankündigung und Kommunikation mit der Polizei vor Ort die
Sicherheit des Atomkraftwerks nicht zusätzlich beeinträchtigt.
*Für Interviews stehen wir gerne zur Verfügung:*
Clara Tempel: 01573-9802893
*Fotos von der Aktion zur freien Verwendung unter Angabe der Quelle
"Runterfahren":*
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