[FoME] Praktika KAS-Medienprogramm Südosteuropa ab April 2015

Simon Berghofer simon.berghofer at fu-berlin.de
Do Nov 20 17:11:57 CET 2014


Liebe fome-Liste,

ich möchte zum Beitrag von Herrn Söntgerath ebenfalls kurz erwiedern, 
dass ich hier keine "nicht ganz sachgemäßen Verwendung von 
Steuermitteln" sehe - ganz im Gegenteil.
Warum? Pratikantinnen und Praktikanten sollte es möglich sein, ihren 
Lebensunterhalt zumindest partiell durch ihre Arbeit zu sichern. Wird 
ihnen das über eine ausreichende Vergütung nicht ermöglicht sind sie auf 
alternative Finanzierungsquellen angewiesen. I.d.R. sind das Erspartes 
oder die lieben Eltern. D.h. inhaltlich attraktive aber schlecht 
finanzierten Praktika sind für Personen mit einkommensschwacher Herkunft 
unattraktiv bzw. mit einem höheren finanziellen Investitionsrisiko 
behaftet. Letztlich wird dadurch eine ökonomisch induzierte 
(Selbst)selektion begünstigt, die das weitere Berufsleben beeinflussen 
kann (attraktive Praktika öffnen Türen zu attraktiven Praktika, die 
Türen zu attraktiven Jobs öffnen). Und genau hier würde die besondere 
Verantwortung steuerlich finanzierter Unternehmen greifen: gerade sie 
sollten ein Interesse haben, diese sozialen Ungleichheiten durch eine 
angemessen Zahlung zu kompensieren und damit sicherstellen, dass 
Praktikanten tatsächlich nach ihrer Fähigkeiten und Interessen und nicht 
aufgrund ihres ökonomischen Hintergrundes ausgewählt werden. 
Selbstverständlich sind in diesem konkreten Fall der KAS, wie auch 
anderen Organisationen häufig die Hände bei der Vergütung ihrer 
Praktikanten gebunden. Jedoch sollte genau an dieser Stelle angesetzt 
werden und wiederholt auf die Verantwortung öffentlicher Institutionen 
in diesem Bereich verwiesen werden.

Beste Grüße
Simon Berghofer





Am 20.11.2014 um 12:04 schrieb Caroline Schmidt-Gross:
>
>
> Liebe Kolleginnen und Kollegen,
>
> zu dem Beitrag von Herrn Söntgerath würde ich gerne etwas
> erwidern und freue mich, wenn es diskutiert wird.
> Die Mittel für die Stiftungen sind nicht soooo "limitiert".
> Siehe http://www.taz.de/!147109/ <http://www.taz.de/%21147109/>
> Ich finde, dass in diesem Falle (Praktikantenbezahlung)
> die Steuermittel sinnvoll ausgegeben werden.
> Sie tragen dazu bei, qualifizierte
> junge Leute weiter zu bilden, gerecht zu entlohnen
> und für den Arbeitsmarkt
> fit zu machen. Sie müssen dann nicht hoch qualifiziert
> irgendwelche Billignebenjobs machen…
> Was meint die Gruppe?
>
> Herzliche Grüße
> Caroline Schmidt-Gross
>
> Am 20. November 2014 10:47 schrieb Andreas Söntgerath 
> <a.soentgerath at t-online.de <mailto:a.soentgerath at t-online.de>>:
>
>     Liebe Frau Schmidt-Gross,
>     lieber Herr Wolf,
>     liebe Kolleginnen und Kollegen,
>
>     vielen Dank für die interessante Diskussion. Es ist schon etwas
>     her, da ich selbst bei der KAS Praktikant im Medienprogramm war.
>     Damals habe ich keine Vergütung erhalten.Ihre Argumente kann ich
>     gut nachvollziehen und bin selbst der Meinung, dass Praktikanten
>     eine angemessene Vergütung erhalten sollten.
>
>     Der Grund dafür ist für mich nach wie vor nachvollziehbar und
>     verständlich. Die Arbeit der KAS, wie auch anderer Stiftungen,
>     wird überwiegend aus Steuermitteln finanziert. Hätte ich ein
>     Vergütung bekommen, so wäre diese mit größter Wahrscheinlichkeit
>     ebenfalls aus Steuermitteln bezahlt worden.
>
>     Ich bin der Meinung, dass es nicht Aufgabe deutscher Stiftungen
>     sein kann auf Kosten des Steuerzahlers Praktikanten aus
>     Deutschland im Ausland ein Praktikumsplatz zu finanzieren. Dafür
>     sind die Mittel für die gute Arbeit der Stiftungen zu limitiert,
>     als dass sie dafür verwendet werden sollten. Daher ist das
>     Angebot, über das die Diskussion entbrannt ist, für meine Begriffe
>     angemessen und ein Kompromiss zwischen dem vermeintlichen Gefühl
>     der Ausbeutung und der vielleicht nicht ganz sachgemäßen
>     Verwendung von Steuermitteln. Jedenfalls ist es eine Anerkennung
>     für die Leistung der Praktikantin oder des Praktikanten.
>
>     Deswegen finde ich 100 Euro angemessen und weit weg von dem
>     Vorwurf der Ausbeutung.
>
>     Liebe Grüße,
>
>     Andreas Söntgerath
>
>     __
>     http://about.me/andreas.soentgerath <http://j.mp/1qZQ3Ot>
>
>
>     Am 20.11.2014 um 10:14 schrieb Caroline Schmidt-Gross
>     <textundtraining at gmail.com <mailto:textundtraining at gmail.com>>:
>
>>
>>     Liebe KollegInnen,
>>
>>     in der Hoffnung, mir keine Feinde zu machen. Aber die KAS
>>     gehört zu den Organisationen, die durchaus mehr zahlen
>>     könnten für ein Praktikum, für das man schon ziemlich gut
>>     qualifiziert sein muss. Durch eine angemessene Bezahlung könnte
>>     die KAS dazu beitragen, dass sich die Lage der Praktikanten
>>     verbessert und es auch anderen Organisationen
>>     zunehmend peinlich wird, Billigangebote auszuschreiben…..
>>
>>     Viele Grüße
>>     Caroline Schmidt-Gross
>>     Journalistin
>>     www.textundtraining.de <http://www.textundtraining.de/>
>>
>>
>>
>>     Am 19. November 2014 22:53 schrieb Wolf Ludwig
>>     <wolf.ludwig at comunica-ch.net <mailto:wolf.ludwig at comunica-ch.net>>:
>>
>>
>>         Hallo,
>>
>>         das hatte ich zwar auch so verstanden, möchte jedoch in
>>         diesem Fall zu bedenken geben, dass in Bulgarien / Sofia €
>>         100 (im Vergleich zu D) ein Vielfaches bedeuten -- in einem
>>         der ärmsten Länder Osteuropas, wo viele Menschen von einem
>>         Monatseinkommen von ca. € 250 leben, wie mir unlängst in
>>         Bulgarien versichert wurde. Nur als Hinweis.
>>
>>         Beste Grüsse
>>         Wolf Ludwig
>>
>>
>>         >>Am 18.11.2014 15:38, schrieb Christian Spahr:
>>         >>Eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro monatlich
>>
>>         >Wiltrud Roesch-Metzler wrote Tue, 18 Nov 2014 20:57:
>>         >Liebe KollegInnen,
>>         >
>>         >ich war der Meinung, dass solche Billigangebote nicht mehr
>>         über diesen Verteiler beworben werden.
>>         >
>>         >Viele Grüße
>>         >Wiltrud Rösch-Metzler
>>
>>         EuroDIG Secretariat
>>         http://www.eurodig.org/
>>         mobile +41 79 204 83 87 <tel:%2B41%2079%20204%2083%2087>
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>>
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Simon Berghofer
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