[FoME] Tagung: Kino und Jugend in Südasien

Christoph Dietz christoph.dietz at CAMECO.ORG
Do Okt 16 08:49:52 CEST 2008


>>> <Thomas.Baerthlein at dw-world.de> 14.10.2008 12:42 >>>

Liebe Südasieninteressierte,

wir laden herzlich ein zu einer Tagung im AZK in Königswinter vom 31.
Oktober bis zum 2. November zum Thema " Jugend-Bewegung-Film: Kino in
Südasien zwischen Starkult und gesellschaftpolitischer Utopie". Das
detaillierte Programm finden Sie im Anhang zu dieser Mail.

Veranstalter und Initiatoren des Seminars, das sind:
- das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter
- Südasienbüro e.V., Bonn
- suedasieninfo.net, Berlin.

Warum dieses Thema?

Rund  ein  Drittel der indischen Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt und
das Durchschnittsalter betrug im Jahr 2006 24 Jahre. In Pakistan liegt
das Durchschnittsalter gegenwärtig bei 20 Jahren, während der Anteil der
unter 15-jährigen 39 Prozent beträgt. Eine ähnliche Altersstruktur lässt
sich auch in anderen Gesellschaften Südasiens feststellen. Je nach
Perspektive sehen Beobachter darin ein enormes Potenzial für die
wirtschaftliche Entwicklung der Region, zugleich aber auch ein Risiko.
Soziale Ungleichheiten, gravierende Defizite in den Bildungssektoren und
politisch instabile Situationen sind nicht nur dafür verantwortlich,
dass die Lebenswelten junger Menschen in südasiatischen Gesellschaften
immer weiter auseinander driften, sondern sie bergen auch die Gefahr
einer gesellschaftlichen Fragmentierung und politischen Radikalisierung
in sich.

Was bedeutet dies für die Identitätsfindung junger Menschen in Nepal,
für die Zivilgesellschaft in Indien oder für die demokratische
Bewegung in Pakistan und Bangladesch? Für welche Ideale setzen sich
junge Menschen in Südasien heute ein? Wo lassen sie sich inspirieren und
wer sind ihre Vorbilder?

Film deswegen, da das Kino in Südasien bereits seit seiner Frühphase
ein soziales  Ereignis  par  excellence  darstellt.  Historische, 
soziale  und politische  Themen  werden  in und über das Medium Film
verhandelt, Utopien und  gesellschaftliche  Ideale  ent- und verworfen,
Rollenbilder zementiert oder hinterfragt. Die Prozesse der Selbst- und
Fremdwahrnehmung, mithin der individuellen wie kollektiven
Identitätsbildung südasiatischer Gesellschaften  werden  so  stark 
durch  das Medium Kino geprägt, dass die Auseinandersetzung  mit  Filmen
 zentral  für  deren Verständnis ist. Filme bewegen  nicht  nur  die 
Jugend in Südasien, sondern die Themen der Jugend finden sich auch in
den Filmhandlungen wieder.

Das Seminar richtet seinen Blick jedoch nicht nur auf Südasien, denn
indische Filme boomen auch in Deutschland. Warum sind diese Filme gerade
bei  jungen  Menschen  hierzulande so beliebt? Die patriarchale Familie
und ihre engen Eltern-Kind-Beziehungen stehen häufig im Vordergrund der
Handlungen. Gemeinsam  mit  einem wieder erstarkten Patriotismus wird
auch eine neue Religiosität zelebriert, vermeintliche oder tatsächliche
Traditionen“ werden stark betont. Vor allem für die weiblichen
Protagonistinnen  gelten Regeln und Tabus, die kaum zeitgemäß
erscheinen. Drückt das Interesse der Jugendlichen in Deutschland eine
Sehnsucht nach konservativeren Werten aus? Oder schafft es vielmehr
einen neuen Raum für Identifikation und kulturelle Artikulationen?

Wir würden uns freuen wenn Sie auf unsere Tagung aufmerksam machen
könnten oder darüber berichten! (See attached file: 28-656.pdf)

Mit herzlichen Grüßen
für den Vorstand des Südasienbüro e.V.

Thomas Bärthlein
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