[pm] PM des VCD Bayern: Verkehrsministerkonferenz in Lindau: Bündnis fordert Mobilitätsgarantie für Bayern
VCD Landesverband Bayern e.V.
landesbuero at vcd-bayern.de
Di Mär 24 15:10:51 CET 2026
Pressemitteilung 5/2026
Nürnberg, 24. März 2026
Identischer Text in der Pdf-Datei im Anhang
Verkehrsministerkonferenz in Lindau: Bündnis fordert Mobilitätsgarantie
für Bayern
Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende Bayern fordert gesetzlich
verankerte Erreichbarkeit von grundlegenden Versorgungsangeboten und
flächendeckenden barrierefreien ÖPNV für alle
Bayern, 24.03.2026 – Vor der Verkehrsministerkonferenz der Länder am 25.
und 26. März in Lindau und anlässlich der Veröffentlichung des
Positionspapiers „Mobilität ist Daseinsvorsorge“ des bundesweiten
Bündnisses fordert das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende Bayern
konkrete Schritte für eine flächendeckende und sozial gerechte
Mobilität. Bus und Bahn müssen überall zuverlässig verfügbar,
barrierefrei zugänglich und dauerhaft finanziert sein – besonders im
ländlichen Raum.
Bayern ist laut „Allianz pro Schiene“ das zweitschlechteste Bundesland
nach Mecklenburg-Vorpommern, was die Erreichbarkeit des ÖPNV betrifft
(Erhebung von 2023). Auch bei der Barrierefreiheit verfehlt die
Staatsregierung ihr Ziel „Barrierefreiheit 2023“: Aktuell ist nur etwas
mehr als die Hälfte aller Bahnstationen vollständig barrierefrei ausgebaut.
Konkret fordert das Bündnis eine Mobilitätsgarantie im ÖPNV. Dafür
braucht es verbindliche Mindeststandards für Bus und Bahn sowie für den
Fuß- und Radverkehr, abgestimmt auf die Siedlungsstruktur. Ziel ist ein
flächendeckendes, barrierefreies Grundangebot, das Teilhabe unabhängig
von Wohnort und Einkommen ermöglicht. Regionale, kommunale und
überregionale Verkehrsmittel sollen so vernetzt werden, dass Busse,
Bahnen, Rad- und Fußwege sowie Sharing- und On-Demand-Angebote nahtlos
zusammenwirken und echte Wahlfreiheit bieten.
Außerdem soll die Erreichbarkeit von Einrichtungen wie Supermärkten,
Arztpraxen, Schulen oder Krankenhäusern gesetzlich verankert und so die
Versorgung sichergestellt werden.
Außerdem sind Sicherheit und Zuverlässigkeit zentrale Voraussetzungen
für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. Züge, Busse und
Bahnhöfe sind öffentliche Räume, in denen sich Fahrgäste und
Mitarbeitende sicher fühlen müssen. Angesichts steigender Aggressionen
und Übergriffe fordert das Bündnis zusätzliche Maßnahmen, darunter eine
durchgehende Besetzung aller Züge mit geschultem Zugbegleitpersonal,
Doppelbesetzungen sowie den verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal
auf besonders betroffenen Strecken. Ergänzend wird eine bundesweite
Datenbank aller gemeldeten Übergriffe im Bus- und Bahnverkehr gefordert,
um Problembereiche frühzeitig zu erkennen.
Neben dem Ausbau des Angebots sieht das Bündnis vor allem bei der
Finanzierung großen Handlungsbedarf. Der Betrieb des ÖPNV kostet in
Bayern rund 6,2 Milliarden Euro jährlich. Für einen deutlichen Ausbau
müssten die Mittel langfristig deutlich steigen, wie der Verband
Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einer aktuellen Studie
ausgerechnet hat. Eine verlässliche und langfristige
Finanzierungsgrundlage ist Voraussetzung für eine funktionierende
Daseinsvorsorge – auch vor dem Hintergrund zusätzlicher Belastungen,
etwa durch das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur
Trassenpreisbremse.
Kontakt beim VCD Bayern: Dr. Adelheid Kückelhaus, Tel. 0160 98 91 61 15
Zitate der Bündnismitglieder:
„Es ist unverzichtbar, dass Einrichtungen der Grundversorgung wie
Arztpraxen oder Supermärkte für alle unabhängig vom Wohnort und vom
Geldbeutel erreichbar sind. Für viele Menschen in Bayern, insbesondere
Ältere, Menschen mit Behinderung und auf dem Land Lebende, ist das aber
nicht der Fall. Wir fordern eine flächendeckende, barrierefreie und
langfristig finanzierte Mobilitätsgarantie, die Mobilität für alle
ermöglicht.”
Verena Bentele, Landesvorsitzende Sozialverband VdK Bayern
„Gerade in Bayern zeigt sich: Ohne gute Arbeitsbedingungen wird die
Mobilitätswende scheitern. Viele Beschäftigte arbeiten am Limit,
gleichzeitig nehmen Übergriffe spürbar zu. Wir brauchen mehr Personal,
verlässliche Dienstpläne und verbindliche Mindeststandards bei der
Sicherheit – und das muss auch bei den Regionalisierungsmitteln
berücksichtigt werden. Nur so bleiben Bus und Bahn zuverlässig und
sicher für alle.“
Matthias Birkmann, EVG Geschäftsstellenleiter Nürnberg
„Die Verkehrsministerkonferenz sollte den Bund auffordern, bei allen
Maßnahmen zur klimafreundlichen Mobilität die Auswirkungen auf die
heimische Automobil- und Zulieferindustrie mitzudenken und dabei klare
Leitlinien für Beschäftigungssicherung und Mitbestimmung zu verankern.“
Dr. Andrea Fehrmann, IG Metall Bayern
„Mobilität ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gerade in einem
großen Flächenland wie Bayern müssen Bus und Bahn überall zuverlässig
erreichbar sein – egal ob in der Großstadt oder auf dem Land. Dass
Bayern bei der ÖPNV-Erreichbarkeit im Bundesvergleich weit hinten liegt,
zeigt den dringenden Handlungsbedarf“, Martin Geilhufe, Vorsitzender BN
Bayern
Sichere Radwege und barrierefreie Gehwege sind keine Komfortleistung,
sondern Grundlage für gleichwertige Lebensverhältnisse. Eine echte
Mobilitätsgarantie für Bayern muss deshalb zwingend auch den Rad- und
Fußverkehr einschließen."
Eva Mahling, Vorsitzende ADFC Bayern
Neben dem Ausbau des Angebots sieht das Bündnis vor allem bei der
Finanzierung großen Handlungsbedarf. Der Betrieb des ÖPNV kostet in
Bayern rund 6,2 Milliarden Euro jährlich. Für einen deutlichen Ausbau
müssten die Mittel langfristig deutlich steigen, wie der Verband
Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einer aktuellen Studie
ausgerechnet hat. „Wer ernsthaft eine klimafreundliche und sozial
gerechte Mobilität will, muss Bus und Bahn endlich verlässlich
finanzieren. Bund, Länder und Kommunen brauchen Planungssicherheit“
Sinan Öztürk, stv. Landesbezirksleiter ver.di Bayern.
„Gute Mobilität funktioniert nur, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen.
Wenn Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr fair bezahlt werden und
Städte und Gemeinden zuverlässig in umweltfreundliche Infrastruktur
investieren, profitieren alle: Menschen können besser am Leben
teilhaben, es entstehen gute Arbeitsplätze und das Vertrauen in die
Demokratie wächst.“
Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern
„Bayern muss Mobilitätsland werden. Dabei hat auch der Pkw weiterhin
seinen Platz. Allerdings dient dieser als Baustein digitaler Mobilität
und wird mit den anderen Verkehrsmitteln vernetzt. Unsere Vision ist es,
dass die Bürger mit einer Karte auf eine Vielzahl von
Mobilitätsmöglichkeiten zugreifen kann. Damit Bayern weiterhin führend
auch im Vergleich zu den anderen Bundesländern bleibt.“
Gerd Weibelzahl, Schatzmeister des VCD Bayern
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Ralf Altenberger
Geschäftsführer VCD Bayern
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