[pm] PM des VCD Bayern: VCD Bayern fordert mehr Engagement der Staatsregierung für Expressbuslinien
VCD Landesverband Bayern e.V.
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Fr Aug 21 11:07:09 CEST 2026
Pressemitteilung 13/2026
Nürnberg, 21. August 2026
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Photo Gerd Weibelzahl / VCD Bayern
VCD Bayern fordert mehr Engagement der Staatsregierung für Expressbuslinien
Einstellung des Expressbusses von Coburg nach Bad Neustadt unverständlich
Seit einigen Jahren fördert das Bayerische Staatsministerium für Wohnen,
Bau und Verkehr (BayStMWBV) Expressbusse zwischen Mittelzentren in
Bayern, zwischen denen es keine Zugverbindungen gibt, als Alternative
zum Schienenverkehr. Die erste nach diesem Förderprogramm eingerichtete
überregionale Busverbindung war 2021 der sog. „Coburger“. Der Freistaat
hat etwa die Hälfte der nicht gedeckten Kosten übernommen, die andere
Hälfte wurde von den Landkreisen aufgebracht. Allerdings ist die
Förderung nach 5 Jahren ausgelaufen. Damit haben die Landkreise diese
Verbindung Ende Juli eingestellt.
Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach: dort wo kein von den
Bundesländern bestellter und bezahlter Nahverkehrszug verkehrt, sollen
Expressbusse diese Netzlücken schließen, um abseits der Eisenbahnachsen
angemessene Mobilitätsangebote zu schaffen. Das Busangebot soll dabei in
etwa die Qualität einer Schienenanbindung aufweisen (Stundentakt, sieben
Tage die Woche bis in den Abend hinein) und kurze Umsteigezeiten zu
Bahnverbindungen aufweisen. Von einem solchen Angebot profitiert
insbesondere der ländliche Raum, wo in den letzten Jahrzehnten viele
Schienenverbindungen stillgelegt worden sind. In vielen Bundesländern
sind die Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auch
für die Einrichtung und die Finanzierung solcher Angebote, die
Schienenverkehr ersetzen, zuständig. Bayern lässt die Zuständigkeit
allerdings bei den Landkreisen, während die Regionalzüge von der
Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) bestellt und finanziert werden.
Seit einigen Jahren gibt es aber zumindest ein Förderprogramm, mit dem
die Landkreise bei der Einrichtung von überregionalen Busverbindungen
unterstützt werden. Allerdings ist die Unterstützung zeitlich befristet.
Sie kann aber von der Bayerischen Staatsregierung verlängert werden.
Nun hat die Bayerische Staatsregierung im aktuellen Doppelhaushalt
allerdings die Mittel für solche Unterstützungen um etwa ein Drittel
gekürzt. Dementsprechend werden in den nächsten Jahren einerseits wohl
kaum mehr neue Verbindungen unterstützt werden und andererseits
bestehende Angebote aus der Förderung herausfallen. Eines der ersten
Opfer ist der sog. Coburger, der aufgrund der auslaufenden Förderung
Ende Juli eingestellt wurde, da sich die Landkreise nicht in der Lage
sahen, die Finanzierung aus eigener Kraft zu stemmen.
Gerd Weibelzahl aus Coburg und im VCD-Landesvorstand führt aus: „Damit
wird die Benachteiligung ländlicher Regionen in Oberfranken und den
anderen Bezirken weiter verschärft. Während die meisten Landesmittel für
den Schienenverkehr in die Metropolregionen München und Nürnberg
fließen, werden jetzt auch die die ‚Brosamen‘ für Expressbusse im
ländlichen Raum gestrichen“.
Der stellvertretende VCD Landesvorsitzende Prof. Dr. Andreas Kagermeier
ergänzt: „In Baden-Württemberg hat die Landesregierung ein Zielkonzept
von ca. 90 Expressbusverbindungen vorgelegt. Davon sind aktuell bereits
mehr als 50 Verbindungen umgesetzt. In Bayern fehlt ein solches
Zielkonzept bislang – und wird wohl auch vor dem Hintergrund der
Mittelkürzungen nicht veröffentlicht werden. Auch bewegt sich die Zahl
der Expressbusverbindungen in Bayern im einstelligen Bereich und hinkt
damit weit hinter Baden-Württemberg und vielen anderen
Flächenbundesländern hinterher“.
Der VCD Bayern fordert daher die Bayerische Staatsregierung und
insbesondere den Bayerischen Verkehrsminister auf, die Einstellung der
Förderung für den Coburger zu revidieren. Darüber hinaus ist der
Freistaat gefordert – endlich – wie die anderen Flächenbundesländer, ein
Zielkonzept für überregionale Busverbindungen zu entwickeln, um der
Bevölkerung im ländlichen Raum abseits der Schienennetze ein adäquates
Mobilitätsangebot im Sinne der Daseinsvorsorge zu bieten. Dazu gehört
auch – ähnlich wie in Baden-Württemberg – Anstrengungen zu unternehmen,
trotz knapper Kassen die Landesbeteiligung für Expressbusse zumindest
konstant zu halten.
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Ansprechpartner:
Gerd Weibelzahl, gerd.weibelzahl at vcd-bayern.de, 0160 / 9460 5819
Prof. Dr. Andreas Kagermeier, andreas.kagermeier at vcd-bayern.de, 0172 /
9600 865
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