[Trennmuster] ...ie -> ...ien

Stephan Hennig sh-list at posteo.net
Fr Sep 18 21:30:09 CEST 2020


Am 18.09.20 um 20:37 schrieb Guenter Milde:
> On 18.09.20, Stephan Hennig wrote:
>> Am 17.09.20 um 21:28 schrieb Guenter Milde:
> 
>>>   K82:
>>>   Drei *e* oder zwei *e* nach *i* vermeide man zu schreiben, auch wenn die
>>>   Silbe wie [ə] oder [ən] klingt. Die Lautfolge bringe man zusammen mit dem
>>>   vorangehenden Konsonanten auf die folgende Zeile; manche Wörter trennt man
>>>   besser gar nicht.
>>>   
>>>     Ar-meen, Li-vreen; De-mokra-tien; Ideen, Seen, die Knie
>>>
>> Zum einen das, zum anderen wäre die Kombination
> 
>>   Armeen       vs.  Armee-en
>>   Seen         vs.  See-en
>>   Demokratien  vs.  Demokratie-en
> 
>> eine Spezialtrennung (Dreivokalregel).  
> 
> Die Dreikonsonantenregel ist bekannt. Gibt es irgendwo eine Quelle für eine
> analoge Dreivokalregel?

Nein, explizit war mir diese bisher ebenso unbekannt.  Die Quelle wäre
genau Leipziger Duden, K82.


> Bei Zusammensetzungen galt, daß kein Vokal ausgelassen, sondern zwingend ein
> Bindestrich verwendet wird: *Teei -> Tee-Ei, *Teernte -> Tee-Ernte.
> Ob also bei Abrennung von Ableitungen ein flüchtiges e wieder auftauchen
> müsste ist unklar.
> 
> 
>> Derzeit werden
> 
>>   Nati.on
> 
>> und genau so auch
> 
>>   Arme.en
> 
>> kodiert.  Stattdessen erscheint mir
> 
>>   Armee[/-e]n
> 
>> den Fall besser einzufangen. 
> 
> [a/b] ist für Alternativen/Mehrdeutigkeiten, der Marker für die
> Dreikonsonentenregel ist {xx/xx-x}. Das wäre dann Arm{ee/ee-e}n.¹

Verflixt, ja geschweifte Klammern waren gemeint.


>> Ob Armeen oder Seen dann mit drei e
>> getrennt wird oder nicht, müsste auch nicht in der Wortliste entschieden
>> werde, sondern das wäre eine Frage des Trennstils.
> 
> Andererseits ist "Armeen" ein "Schwankungsfall", es kann auf zwei oder
> drei Noten gesungen werden. [aʁˈmeːən] / [aʁˈmeːn] genau wie "Alleen"
> [aˈleːən] / [aˈleːn] und dafür haben wir den "vorzeichenlosen Punkt"
> (Nati.on).

Laut Kenos Mail schwankt zumindest das Deutsche Aussprachewörterbuch im
Fall Demoktat{ie/ie-e}n nicht:

> Dazu das Deutsche Aussprachewörterbuch:
> »Fremdwörter mit der Endung <ie> für [i:] bilden den Plural mit <ien>. 
> In <ie> zeigt der Buchstabe <e> die
> Länge von [i:] an, in der Pluralendung ist er dagegen als Schwa-Laut zu 
> realisieren: [...i:ən].«



> Ein ungünstiger Schwankungsfall ist bisher noch nicht markiert. Nach der
> Logik wäre das dann "Schwankungspunkt" + "Ungünstigkeitspunkt", also
> Arme..en oder, wenn wir einen Beleg für die Dreivokalregel finden
> Ar-m{ee/ee.e}n.

Momentan geht es gerade nicht, aber ich kann mal in älteren Duden
nachsehen, ob jene dazu noch wortreicher sind.


> ¹ Wir könnten überlegen, generell statt {xx/xx-x} die kürzere
>   Auszeichnung xx{/-x} zu verwenden.

Bei ff{/=f} wäre zu prüfen (bzw. wäre dies wünschenswert), ob der
vorstehende Doppelkonsonant mit dem in der Klammer übereinstimmt.  Ich
würde diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt gern vertagen. :-)

Viele Grüße,
Stephan Hennig



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