[PM] AKW Emsland blockiert - Deutliches Zeichen gegen Weiterbetrieb der Atomanlagen
Presseteam Runterfahren
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So Jan 29 10:21:52 CET 2023
*Lingen, 29.01.2023*
Nachdem am letzten Samstag Atomkraftgegner*innen am Atomkraftwerk
Emsland in Lingen protestiert haben, folgt nun die nächste Aktion: Seit
heute Morgen um 10 Uhr blockieren rund 30 Menschen das Zufahrtstor des
AKW. Die Aktiven der Kampagne „Runterfahren“ möchten damit ein
deutliches Zeichen gegen den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke
setzen. Zudem kündigen sie weitere Aktionen Zivilen Ungehorsams für den
Fall an, dass im Laufe der nächsten Wochen langfristige
Laufzeitverlängerungen diskutiert werden sollten. Die gewaltfreie
Sitzblockade dauert an, die Polizei ist vor Ort, aber hält sich bisher
zurück.
Im November letzten Jahres hatte der Bundestag einen sogenannten
"Streckbetrieb" der verbleibenden drei deutschen Atomkraftwerke
beschlossen. Die Aktivist*innen befürchten nun, dass dieser
Weiterbetrieb Diskussionen um langfristige Laufzeitverlängerungen
befeuert. "Vertreter*innen der CDU und FDP springen schon auf den Zug
auf und erträumen sich nun einen Ausstieg aus dem von der Bewegung hart
erkämpften Atom-Ausstieg. Aber das werden wir nicht zulassen", sagt
Clara Tempel, Pressesprecherin der Kampagne "Runterfahren". Bei der
Aktion vor dem AKW Emsland handelt es sich um eine Warnblockade. Die
Atomkraftgegner*innen kündigen an, dass größere Aktionen Zivilen
Ungehorsams folgen werden, wenn die Diskussionen um weitere
Laufzeitverlängerungen Fahrt aufnehmen sollten.
Clara Tempel erklärt, dass die Aktionsgruppe sich Lingen als Aktionsort
ganz bewusst ausgesucht hätte, weil dort neben dem Atomkraftwerk auch
die Brennelementefertigungsanlage betrieben wird: "Wir sind hier genau
richtig - denn selbst wenn das AKW hoffentlich wie geplant im April
abgeschaltet wird, sollen Atomanlagen wie die Brennelementefabrik in
Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau weiterlaufen. Sie
liefern den Treibstoff für Atomkraftwerke in der ganzen Welt und halten
so die atomare Maschinerie am Laufen". Die Atomanlagen sind vom
deutschen Atomausstieg ausgenommen. Der Betreiber der
Brennelementefabrik in Lingen, Framatome, war zuletzt in die Kritik
geraten, weil er Geschäfte mit dem russischen Konzern Rosatom macht, der
unmittelbar an den Kriegshandlungen in der Ukraine beteiligt ist. Mit
ihrer Aktion wollen die Atomkraftgegner*innen aus ganz Deutschland auch
die lokalen Initiativen vor Ort unterstützen.
Das Atomkraftwerk in Lingen wird von RWE betrieben. Das nehmen die
Blockierenden zum Anlass, sich mit den Aktivist*innen in Lützerath zu
solidarisieren, dem Dorf, das Mitte Januar geräumt wurde, damit RWE den
Braunkohletagebau Garzweiler vergrößern kann. "Kohle- und Atomenergie
sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie symbolisieren eine
zukunftsvergessene Energieproduktion und stehen einer gerechten
Energiewende im Weg.", betont Clara Tempel. Die Aktiven von
"Runterfahren" hatten im November letzten Jahres bereits erfolgreich das
Atomkraftwerk Neckarwestheim blockiert. Bei der Aktion in Lingen handelt
es sich also schon um die zweite Warnblockade.
*Für Interviews stehen wir gerne zur Verfügung:*
Clara Tempel: 01573-9802893
*Fotos von der Aktion zur freien Verwendung unter Angabe der Quelle
"Runterfahren":*
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