[osp-datensicherung] Komplettsicherungsproblem
Wolfgang Barth
wob at swobspace.de
Fre Sep 24 17:39:25 CEST 2004
On Fri, Sep 24, 2004 at 10:17:57AM +0200, Luca Jannis wrote:
> ich habe eine Frage/Problem mit Amanda. Ich setze SuSE 9.0 Pro ein und
> möchte meinen Amanda-Server und einen Client sichern. Dazu verwende ich
> folgende Partitionsaufteilung (auf allen PCs gleich):
>
> Filesystem 1K-blocks Used Available Use% Mounted on
> /dev/hda3 36173260 490776 33815332 2% /
> /dev/hda2 155557 8492 139033 6% /boot
>
> Ich möchte im Zuge einer Datensicherung das ganze root >>/<< sichern. Dazu
Ich nehme an, das Sicherungsmedium ist groß genug, denn die Sicherung einer
einzelnen Disk (sprich Filesystem, wie in diesem Fall) muß in jedem Falle
auf ein einziges Medium passen.
> meine erste Frage, welche Excludes sind einzutragen??? Ich habe mir mal aus
> exclude "./var/run/.nscd_socket"
> exclude "./var/run/printer"
> exclude "./var/spool/uucp"
Im Prinzip alles, was nicht gesichert werden soll und braucht. Die Liste
oben ist entstanden aus meiner täglichen Sicherung, um die Fehlermeldungen
zu verringern, die Amanda (bzw. Tar) produziert, wenn sich eine Datei
während der Sicherung ändert. Was die Verzeichnisse /var/run, /var/spool,
und /var/lock angeht, ist der Ausschluß vielleicht gar keine so gute Idee,
da verschiedene Pakete dort Unterverzeichnisse anlegen, die dann
möglicherweise nicht von der Software angelegt werden können (im
schlimmsten Fall startet ein Dienst wegen des Fehlens eines Verzeichnisses
nicht). Ich würde diese erstmal nicht ausschließen, dort liegen in der
Regel keine großen Daten. Wenn dann Amanda täglich mit einigen temporären
Dateien nervt, die sich ständig ändern, kann man diese ja immer noch
ausschließen.
> exclude "./var/lock/"
Sorry, das klappt nicht. Hier schließt der Tar nur das Verzeichnis, nicht
aber die darin liegenden Dateien aus. Die Folge: alle Daten darin werden
gesichert und das Verzeichnis bei der Rücksicherung erzeugt, möglicherweise
mit anderer Ownership und anderen Permissions. Den "/" am Ende bitte
weglassen.
> Sollte ich hier auch die Holding-Disk eintragen (exclude
> „./data/amandadump“) ???
Genau. Außerdem kann man Verzeichnisse bestimmter Anwendungen ausschließen,
wenn keine vernünftige Rücksicherung möglich ist, z.B. bei Datenbanken wie
PostgreSQL /var/lib/postgres (/var/lib/pgqsl, usw, je nach Distribution) oder
das OpenLDAP-Repository (SUSE: /var/lib/ldap). Wenn die Datenmengen
vernachlässigbar sind (wie meist bei OpenLDAP), stört es nicht, wenn man
diese mitsichert, man muß sich halt nur vor Augen halten, daß für eine
Sicherung von OpenLDAP ein slapcat/slapadd die sicherere Variante ist.
> # Host Diskname/Devive Dumptype Spindle Interface
> localhost / unix-complete -1 local
Die Amanda-Entwickler sind inzwischen der Meinung, man sollte localhost
nicht verwenden, ein amcheck spuckt hier bei neueren Versionen regelmäßig
eine Warnung aus. Wer die Sicherung neu aufsetzt, sollte statt localhost
den Rechnernamen verwenden. Der Hinweis hat es nicht mehr ins Buch
geschafft. Sorry.
> Ich habe hier jeweils root angegeben, da ich wirklich alles sichern möchte.
> Oder ist es nicht sinnvoll root anzugeben, sollte man lieber alle
> Verzeichnisse einzeln aufführen ???
Kommt drauf an. Ich verwende je Filesystem je einen Eintrag (eine Disk).
Passt das Filesystem in einer Vollsicherung komplett auf das Medium,
spricht hier nichts dagegen. Die Aufteilung in mehrere Disks hat den
Vorteil, daß die Datenmenge einer Sicherung auch mal größer sein darf als
ein Medium. Amanda bricht den Schreibvorgang bei vollem Medium ab und
fordert das nächste Medium an, die abgebrochene Disk wird nochmal
vollständig auf das nächste Medium geschrieben (daher muß eine einzelne
Disk immer vollständig auf ein Medium passen).
> Wenn ich die Sicherung nun so durchführe und dann amrecover aufrufe und mir
> ein Listing geben lasse, sehe ich alle Verzeichnisse, auch die, die ich wie
> oben mittels exclude herausgenommen habe. Ist das normal, dass auch die
> exclude-Dateien/Verzeichnisse trotzdem angezeigt werden ???
> Diese dürften doch gar nicht erst erscheinen, oder ???
Richtig. Diese dürften nicht erscheinen, wurden also mitgesichert.
Das Problem mit den excludes ist ein Tar-Problem: je nach Version und
manchmal auch Distribution verhält sich der Tar ein klein wenig anders.
Einfach mal testen: ein
exclude "./var/spool/uucp"
entspricht
# cd /
# tar cvzf /dev/null --exclude=./var --exclude=./usr . | less
sollte weder /var noch /usr mitsichern.
Sorry für die lange Mail, falls es jemanden stört, fasse ich mich das
nächste Mal kürzer ;-)
wob
--
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