[Finews] "Armut überwinden - aber wie?" Prof. Dr. Butterwegge, Armutsforscher, gibt darauf Antworten.

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Fr Okt 2 21:42:46 CEST 2026


Informationen der Friedensinitiative Nottuln 

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir erinnern noch mal gerne an den Beginn der Reihe „Lust auf Zukunft!“ mit
dem Vortrag von Prof. Dr. Butterwegge.

„Armut überwinden – aber wie?“  Prof. Dr. Butterwegge, Armutsforscher, gibt
darauf Antworten.

 

Coesfeld/Nottuln. „Unsere Gesellschaft kann nur demokratisch und friedlich
sein, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass es sozial und gerecht
zugeht.“ Das ist der wissenschaftliche Befund des Armutsforschers Prof. Dr.
Butterwegge. Am heutigen Montag, den 5.10.2026 kommt um 19.30 Uhr ins Forum
des Rupert-Neudeck-Gymnasiums Nottuln. Einlader ist die VHS Coesfeld
zusammen mit der Friedensinitiative Nottuln. Beide Organisationen starten
damit ihre diesjährige Reihe „Lust auf Zukunft“. Alle Bürgerinnen und Bürger
sind dazu herzlich eingeladen. Der Unkostenbetrag beträgt 5 Euro. 

Eine Anmeldung ist nach Auskunft der VHS prima - über die Internetseite:
https://vhs.link/vhslustaufZukunft  
Wenn es Probleme gibt, kann man sich auch per Mail oder Telefon anmelden:
vhs at coesfeld.de, Telefon 02541 9481-0.

                                                 

Und wie könnte denn nun eine Gesellschaft, in der arm und reich überwunden
sind, aussehen? 

Stellen wir uns eine Gesellschaft vor, in der niemand arm sein muss – und
niemand so reich sein kann, dass sein Reichtum ihm Macht über andere
Menschen gibt.

Eine Gesellschaft, in der Wohlstand nicht daran gemessen wird, wie groß das
Vermögen des Einzelnen ist, sondern daran, wie gut es allen Menschen geht.

Jeder Mensch hat ein sicheres Zuhause.

Jeder Mensch kann sich gesund ernähren.

Jedes Kind bekommt unabhängig vom Einkommen seiner Eltern gute Bildung und
die Chance, seine Fähigkeiten zu entfalten.

Arbeit bedeutet nicht mehr, um jeden Preis seine Existenz sichern zu müssen.
Wer arbeitet, kann von seiner Arbeit gut leben. Und wer aufgrund von
Krankheit, Alter, Behinderung oder Arbeitslosigkeit nicht arbeiten kann,
verliert deshalb nicht seine Würde und seine gesellschaftliche Teilhabe.

Niemand muss um das Lebensnotwendige kämpfen.

Gleichzeitig akzeptiert diese Gesellschaft Unterschiede. Menschen dürfen
unterschiedlich viel verdienen, unterschiedliche Lebensentwürfe haben und
unterschiedliche Wünsche verwirklichen.

Aber es gibt eine Grenze:

Reichtum darf nicht dazu führen, dass einige Menschen über die
Lebensbedingungen vieler anderer bestimmen können.

Deshalb werden Einkommen und Vermögen so verteilt, dass die wirtschaftliche
Ungleichheit nicht zu politischer und gesellschaftlicher Ungleichheit wird.

Die öffentlichen Güter gehören allen:

gute Schulen, Krankenhäuser, Pflege, öffentlicher Nahverkehr, Wohnungen,
Energieversorgung, Kultur und eine intakte Umwelt.

Und vielleicht ist das Entscheidende:

Aus Konkurrenz wird mehr Kooperation.

Wenn niemand Angst haben muss, zu den Verlierern zu gehören, verändert sich
auch das gesellschaftliche Klima.

Weniger Neid.

Weniger Existenzangst.

Weniger Ausgrenzung.

Weniger Kampf um die knappen Chancen.

Dafür mehr Vertrauen, mehr Solidarität und mehr Zeit für das, was Menschen
miteinander verbindet.

Und diese Gesellschaft wäre nicht nur sozial gerechter.

Sie könnte auch demokratischer und friedlicher sein.

Denn Demokratie funktioniert besonders dann gut, wenn Menschen das Gefühl
haben:

Ich werde gesehen. Ich habe eine Stimme. Ich gehöre dazu. Und meine Zukunft
hängt nicht davon ab, ob ich auf der sozialen Leiter oben oder unten geboren
wurde.

Das wäre eine Gesellschaft, in der wir nicht mehr fragen:

„Wie viel kann ich für mich bekommen?“

sondern zunehmend:

„Was brauchen wir, damit es allen gut geht?“

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