[Finews] Brief an den Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster

robert.huelsbusch at t-online.de robert.huelsbusch at t-online.de
Mi Jan 21 22:29:51 CET 2026


Robert Hülsbusch 

Möchtet ihr den Brief auch unterschreiben. 

Antwort bitte an robert.huelsbusch at t-online.de 

Ihr Lieben.

Die Windkraftgegner in Nottuln haben an den Aufsichtsrat der Stadtwerke MS einen Brief geschrieben. Siehe Anhang.

Ich finde, der sollte auch wissen, dass viele Nottulner anders denken.

So habe ich einen Brief formuliert, den ich nach Münster schicken werde und freue mich, wenn noch viele Nottulner den als Person mitunterzeichnen.

LG Robert Hülsbusch

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Bürgerinnen und Bürger aus Nottuln

Offener Brief an die Mitglieder des Aufsichtsrates der Stadtwerke Münster.

Nottuln, den 20.1.2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem die Windkraftgegner aus Nottuln Ihnen geschrieben und deutlich gemacht haben, dass sie mit aller Macht die neuen Windenenergieanlagen (WEA), die Sie in Nottuln projektieren, verhindern wollen, möchten wir Ihnen schreiben.

Wir möchten, dass Sie wissen: Die Mehrheit der Nottulner steht hinter diesem Klimaschutzprojekt. Vor der Kommunalwahl im letzten Jahr haben fast alle Parteien deutlich gemacht, dass Sie sich weiter für die Energiewende engagieren wollen und dass sie den Ausbau der Windenergie befürworten. ¾ der Bürgerschaft wählten dann diese Parteien.
Das war ein starkes Statement.
Seit vielen Jahren schon engagieren sich Nottulner Bürgerinnen und Bürger für die Energiewende, wohlwissend, was passiert, wenn wir so weiter auf fossile Energien setzen.
Dabei bleibt es nicht bei verbalem Engagement. Schon vor 30 Jahren wurden die ersten Solaranlagen auf viele Einfamilienhäuser installiert. Seit 25 Jahren wird über Windenergie diskutiert.
Auf dem Baumberg wurden zwei Windkraftanlagen installiert, allein von Bürgerinnen und Bürgern - aus Havixbeck und Nottuln - finanziert. Vor 20 Jahren konnte das erste Windkraftwerk in der Bauernschaft Buxtrup errichtet werden, gegen den erbitterten Widerstand von Menschen, die direkt auf dieses Windkraftwerk gucken. Weil viele Nottulner beharrlich daran blieben, wurde schließlich die erste Anlage gebaut. Weitere stehen nun schon in Buxtrup. Das ist heute kein Thema mehr.  2012/13 ging es dann um die Bauernschaft Stockum. Damals hätte es schon die Möglichkeit gegeben, dort WEA zu installieren. Über 100 Nottulner Bürger hatten sich schon in Listen eingetragen, weil sie im Rahmen von Bürgerbeteiligung diese Anlagen mitfinanzieren wollten. Widerstand gab es damals schon aus dem neuen Baugebiet am Rande des Fasanenfeldes. Leider knickte damals die Kommunalpolitik ein.
Die Diskussion um den Ausbau von Windenergie ging weiter. Mittlerweile hat sich auch eine Bürgermitmachgemeinschaft Baumberge Energie gegründet. Über 200 Menschen aus der Baumberge-Region wollen sich im Rahmen von Bürgergesellschaften an den Ausbau regenerativer Energien beteiligen. Dabei wurde immer auch das Gespräch mit den Stadtwerken gesucht. In Frau Wolf von den Stadtwerken fanden wir eine kompetente und freundliche Ansprechpartnerin.
Und nun ist es endlich soweit. Die Kommunalpolitik ist gut aufgestellt, die Bürgerschaft will sich beteiligen, Landwirte aus Nottuln machen mit und die Stadtwerke könnten loslegen.
Jetzt - in den letzten Wochen, vorher hat man nichts von ihnen in Sachen Energie und Klimaschutz vernommen - kommen dann plötzlich die potentiellen Anlieger - und machen kräftig Gegenwind.

Dabei wird kein Geld gespart. Große Transparente werden in ganz Nottuln aufgehängt und Flyer werden mit der Post verteilt.
Die Begründungen, die wir seitdem immer wieder lesen und hören müssen:  Windkraft lärmt ganz Nottuln zu, tötet die Vögel, zerstört das Landschaftsschutzgebiet, senkt die Immobilienpreise, stört durch Schlagschatten, Infraschall … alle Gründe, die je gegen Windkraft ins Feld geführt wurden, werden hier wieder auf das Trapez gebracht. Und die Windkraftgegner gehen noch weiter: Sie bezichtigen den Rat und den Bürgermeister der Korruption (“Da ist Geld geflossen!”) und die Stadtwerke werden als geldgieriges Monster dargestellt. Alle würden die Bürgerschaft Nottulns über den Tisch ziehen. Profit geht vor Bürgerwohl. In den Sozialen Medien werden noch ganz andere Meinungen geäußert.  Immer wieder auch: Windkraftanlagen hätten nichts mit Klimaschutz zu tun. Die seien nur reine Gelddruckmaschinen. Bis hin zur Leugnung der menschengemachten Klimaveränderung.
Ach ja, in der Zeitung kommt dann hin und wieder: Sie seien auch für Windkraft. Aber wohin - das hat noch keiner geschrieben.
Und jetzt wenden sich diese Windkraftgegner an Sie - und wenn es stimmt, was in der Zeitung steht - schon mit einer unverhohlenen Drohung: Sie wollen “keine üblichen Sprechblasen!” Was damit gemeint ist? Sie wollen keine Gegenargumente hören und zulassen.
Wir sind gespannt, wie das Gespräch dann ausgeht. Der Bürgermeister, die Ratsmitglieder und engagierte Nottulner Bürgerinnen und Bürger haben hier schon ihre Erfahrungen gemacht.

Warum machen und tun wir das eigentlich alles?  Warum setzen wir uns diesen nicht netten Diskussionen aus, engagieren uns jahrelang.
Fast alle sind wir älteren Datums. Wir haben Kinder und Enkelkinder und wollen nur eins:
Dass diese eine lebenswerte Zukunft vor sich haben. Seit dem Bericht des Club of Rome, den wir schon vor 50 Jahren gelesen haben, ist allen klar: Die Kapazität der einen Erde, die wir haben, ist endlich: die fossilen Ressourcen, die frische Luft, das Wasser, die Nahrungsmittel …
Schon jetzt sehen wir jedes Jahr mehr, was passiert, wenn wir die “Grenzen unseres Wachstums” ignorieren - Dürre und Fluten, Flucht und Tod und ja auch Kriege. Das ist erst der Anfang. Die 1,5 Grad plus haben wir schon gerissen - viele Jahre eher, als Klimawissenschaftler noch vor Jahren prognostizierten. Machen wir so weiter, gehen wir bis zum Ende des Jahrhunderts auf 3 Grad plus zu. Wie unsere Welt dann aussieht, möchten wir gar nicht wissen. Renommierte Klimawissenschaftler wie Rahmsdorf …  haben dies in ihrem Buch “Drei Grad mehr!” beschrieben.

Deshalb können wir auch nicht verstehen, dass immer wieder von den Windkraftgegnern angeführt wird: Nottuln hätte seine Windausbauziele schon erreicht. Was ist das für eine Nabelschau. Wollen wir das Schlimmste noch verhindern, müssen wir  jetzt und hier alle Möglichkeiten nutzen, den CO2 Ausstoß zu reduzieren. Da kann doch Nottuln nicht einen 2 km breiten Schutzgürtel um die Gemeinde legen, wie eine Petition der Windkraftgegner sie fordert. Die, die sich so sehr um die Landschaft und deren Tiere sorgen, machen die Augen zu, wenn die Erhitzung der Erde diese massiv beeinträchtigen wird. Da nützt dann ein Schutzgürtel gar nicht.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir hoffen, wir konnten Sie davon überzeugen, von ihrem tollen 
Engagement in und für Nottuln nicht abzulassen.
Gerne sind wir auch bereit, Sie mal in Münster zu besuchen und in lockerer Runde über das Thema Nottuln und Windkraft zu reden.
Darüber würden wir uns freuen.

Diesen Brief schicken wir auch Frau Wolf und Herrn Wolf. Ebenso den WN in Nottuln und den Mitgliedern des Rates.

Mit freundlichem Gruß

Ulrich Beike
Heinz Böer
Günter Dieker
Ulla Hülsbusch
Robert Hülsbusch
Ellen Keimburg
Michael Keimburg
Cornelia Klopmeier
Philipp Marquardt
Gabriele Mense-Viehoff
Birgit Strikkeling





Anbei schicken wir Ihnen noch einen Faktencheck, den wir nach dem Erscheinen des letzten Flugblattes der Windkraftgegner aufstellten.  Gerne weisen wir auch auf eine neue Internetseite des Nottulner Leon Machers hin, der versucht hat, neutral und objektiv die Fakten zum Thema Windkraft aufzulisten.

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„Im Westen nichts Neues!“                                                            Nottuln, 14.1.2026

Mit großem Aufwand verteilen die Nottulner Windkraftgegner ein tolles Flugblatt.  Leider erfahren wir nichts Neues, sondern es wird noch einmal aufgelistet, was seit Wochen mit großem Aufwand verbreitet wird.
Wir haben nicht die finanziellen Mittel, um einen ausführlichen Faktencheck auf Hochglanz mit der Post verteilen zu lassen.
Deshalb auf diesem Weg exemplarisch, welche Angaben in diesem Flugblatt nicht haltbar sind:
Es geht nicht mehr um 8 Windenergieanlagen (WEA). Die Stadtwerke haben längst signalisiert, dass die Anlage, die am nächsten zur Falkenstraße steht, nicht mehr geplant ist. Eine weitere soll auch nicht weiterverfolgt werden. 
Nach wie vor wird behauptet, dass die Bürgerschaft und der Rat gegen diese Anlagen seien. Das ist falsch. Der Rat hat fast einmütig und geschlossen das bisherige Verfahren gemeinsam getragen. Die Parteien, die vor der Wahl sagten, dass sie den Ausbau der Windkraft in Nottuln wollen, wurden mit ca. ¾ der Stimmen gewählt.  
Es gehe um „wertvolles Naherholungsgebiet“. Als das Naherholungsgebiet Kreithecke durch eine Umgehungsstraße zerschnitten wurde, kam vom Westen her kein Protest. 
Für den Tourismus spielen die WEA im Westen keine Rolle, so einer der Cheftouristiker aus Nottuln und dem Kreis Coesfeld. Studien widerlegen zudem diese immer wieder geäußerte Meinung.
„Es war von vier kleineren Anlagen die Rede“.  Als 2012/2013 kleinere Anlagen in Stockum errichtet werden sollten, sind die Leute vom Fasanenfeld sturmgelaufen – damals nannten sie ihre Aktion „Schöne Aussichten!“  Selbst der Klimawandel wurde damals geleugnet. Damit werde nur Geld verdient.  Eine Behauptung, die man heute nur noch von der AfD und von Trump hört. So wurden diese kleinen Anlagen verhindert.  Ansonsten mit all den „Argumenten“, die auch heute wieder gestreut werden.
Z.B. Schlagschatten. Beharrlich wird ignoriert, dass hier auch das Emissionsschutzgesetz greift und dafür sorgt, dass Schlagschatten kaum eine Rolle spielt. Sollte wirklich mal aufgrund der Wetterlage die Grenze von wenigen Minuten in der Woche überschritten werden, wird die WEA abgeschaltet. Das gilt auch für die Geräuschemissionen. Da gibt es klare Grenzen. Jeder kann diese nachschlagen.  Auch Vergleiche aus dem Alltag sehen.  Dann wird man feststellen: Die meisten Menschen müssen mehr Geräuschemissionen ertragen. Auch die meisten in Nottuln – Straßen, Bahn, …   
Die Autoren schreiben, sie wären auch für Windkraft und für den Ausbau erneuerbare Energien. Für eine „sinnvolle Energiewende“.  Bisher haben wir nicht vernommen, wie diese dann aussieht, wo sich die Windkraftgegner engagieren.  
Und dann geht es wieder um die Millionen, die verdient werden. (in Leserbriefen und Soziale Medien kommt dann auch, dass es nur darum geht, das hätte mit Klimaschutz doch nichts zu tun).  Da wird versucht, die Neiddebatte zu schüren. Dass die Gemeinde mitverdient, dass auch im Umkreis Anwohner beteiligt werden können, dass die Tür der Stadtwerke für die Beteiligung der Nottulner Bürger weit offensteht, wird verschwiegen. Es geht um Wertschöpfung vor Ort für den Ort. 
Und zum Schluss: Nottuln hätte schon die Flächenbeitragsziele erreicht. Wer sich ernsthaft für Klimaschutz interessiert und engagiert, der weiß: Wir haben keine Zeit, wir können uns nicht mehr beliebig aussuchen, was wir wollen und was nicht: Alles muss getan werden, um die Erhitzung der Erde, die schon bei 1,5 Grad plus ist, aufzuhalten oder zumindest in einen Rahmen zu halten, der unterhalb von 2 Grad plus ist. Wir gehen, wenn wir so weitermachen, auf 3 Grad plus zu.  Lesen Sie mal nach, was das für die Erde und die Menschen und die Tiere und die Natur und … bedeutet.  Da bekommt das „Naturschutz“-Ansinnen der Windkraftgegner eine ganz andere Bedeutung. 
Das alles steht seit Jahren in der Presse – auch in den Westfälischen Nachrichten.  Dies alles wird seit 20 Jahren in Nottuln diskutiert. Es gab unzählige Info-Veranstaltungen. Konnte also jeder wissen, der sich dafür interessierte. (auch wenn er nicht persönlich betroffen ist und was!)

Robert Hülsbusch 









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