[FFL] Artikel in der LZ v. 19.07.13

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Mi Jul 24 20:28:50 CEST 2013


Hallo Leute!

Am Freitag (19.07.) war ein Artikel über unsere
Veranstaltung in der LZ - s.u. und im Anhang als
odt-Datei.

Ciao
   Klaus


Scharfe Kritik an der Waffenindustrie

Der Freiburger Friedensaktivist stellt in der Mediathek sein 
»Schwarzbuch« vor / Jahrelange Recherche

Von Jürgen Haberer

Lahr. Das aktuelle Buch des Friedensaktivisten Jürgen Grässlin deckt 
schonungslos die Rolle Deutschlands im internationalen Waffenhandel 
auf. Eingeladen von der Mediathek und dem Friedensforum Lahr, 
skizzierte er am Mittwochabend die Details seines »Schwarzbuch 
Waffenhandel«.

»Während wir hier sitzen, werden irgendwo in einer der Krisenregionen 
dieser Welt fünf Menschen mit einer Handfeuerwaffe aus Deutschland 
erschossen.« Deutlicher lässt sich die Rolle Deutschlands im 
internationalen Waffenhandel kaum ausdrücken, dabei bezieht sich 
Grässlins Aussage nur auf die Produktpalette des in Oberndorf 
ansässigen Unternehmens Heckler & Koch - dem weltweit fünftgrößten 
Produzenten von Handfeuerwaffen.

Das Geschäft mit der »Massenvernichtungswaffe des 21. Jahrhunderts« 
stellt dabei nur die Spitze des Eisbergs dar. Deutsche Unternehmen 
liefern mit Billigung der Bundesregierung Panzer an Saudi-Arabien und 
Unterseeboote an Israel, die dort mit Atomwaffen bestückt werden. Sie 
produzieren für weltweiten Export Lenkflugkörper, Drohnen und 
Helikopter, stellen elektronische Bauteile und Zünder her, Iiefern 
Motoren für Kriegsschiffe an China.

Besonders einträglich scheint das Geschäft in den Randzonen des 
Rüstungssektors zu sein. Wer wie Jürgen Grässlin intensive 
Forschungen im Internet anstellt, stößt bei »Mercedes Military« über 
Aussagen zur weltweiten Verbreitung des Unimog. 150.000 Fahrzeuge 
wurden an insgesamt 80 Armeen geliefert.

Bei der Recherche für sein »Schwarzbuch Waffenhandel« ist der 
Friedensaktivist aus Freiburg in viele Krisenregionen gereist, er hat 
mit Opfern gesprochen und Bilder geschossen, die es eigentlich nicht 
geben dürfte. Brisant sind zum Beispiel die von ihm vorgelegten Fotos 
und Dokumente aus den Unruheprovinzen in Mexiko. Sie belegen, dass 
Polizisten dort am Sturmgewehr G36 ausgebildet werden, obwohl die 
Ausfuhr dorthin eigentlich seit 2006 verboten ist.

Buchautor Jürgen Gräßlin
deckt unangenehme Wahrhei-
ten auf. - Foto: Hanschke

Grässlin hat deshalb 2010 Strafanzeige gegen Heckler & Koch gestellt, 
die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat aber noch immer kein 
Strafverfahren eingeleitet. Sollte das Ermittlungsverfahren 
eingestellt werden, droht Grässlin bereits jetzt mit einer Anzeige 
wegen Strafvereitlung im Amt. Er zeigt die Verquickung von 
Waffenhandel und Politik auf, die Beteiligung der deutschen 
Großbanken, die fehlende Kontrolle des Endverbleibs von ausgeführten 
Waffensystemen. Er stellt ein Ranking der Verantwortlichen in der 
Politik auf.

An erster Stelle rangiert unangefochten Kanzlerin Angela Merkel, 
unter deren Verantwortung der Export von Kriegswaffen im Jahr 2010 
erstmals die Marke von zwei Milliarden geknackt hat. Bei den 
Unternehmensvorständen der Rü
stungsindustrie setzt er Andreas Heeschen, den Geschäftsführer von 
Heckler & 
Koch, an die erste Stelle. »Seit der Einführung des G3 im Jahr 1959 
wurden mehr als zwei Millionen Menschen damit erschossen, die 
durchschnittliche Quote liegt bei mehr als 100 am Tag«, lautet 
Grässlins Begründung.


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     Datei/File:  artikel_graesslin_text_130719lz.odt
     Datum/Date:  24 Jul 2013, 20:25
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     Typ/Type:    ZIP-archive
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