[FFL] Freiburgs Beitrag zum Waffenexport

klausjschramm at t-online.de klausjschramm at t-online.de
Mi Mär 24 12:48:31 CET 2010


.... und ein Beitrag aus
Freiburg zu Litef. Die Firma in der Löracherstraße
produziert wichtige elektronische Ausstattungen
für Kriegsgerät. 


Freiburgs Beitrag zum Waffenexport

*Litef und Fraunhofer-Forscher machen Umsatz mit Wehrtechnik.*

1.
[Auch im Eurofighter-Kampfflugzeug (oben) kommen Sensorpakete von
Litef für das Flugregelsystem zum Einsatz. Zusammengebaut werden
sie in der Lörracher Straße 18 (unten). | Foto: DDP/Michael
Bamberger]
<http://ais.badische-zeitung.de/piece/01/b5/4b/a1/28658593.jpg>

Auch in Freiburg wird für die Rüstung produziert und geforscht - und 
insofern ist auch die hiesige Wirtschaft Nutznießerin des weltweiten 
Booms beim Waffenhandel. Deutschland hat innerhalb der vergangenen 
fünf Jahre seine Waffenexporte verdoppelt und ist nach den USA und 
Russland mit elf Prozent Weltmarktanteil drittgrößter Lieferant von 
Rüstungsgütern, wie die BZ vergangene Woche berichtete. Profit mit 
entsprechenden Produkten macht in Freiburg insbesondere die Firma 
Litef. In der Forschung für militärische Zwecke sind Freiburger 
Fraunhofer-Institute tätig.  

Wenig auskunftsfreudig zeigt sich die Unternehmensleitung der 
Northrop Grumman Litef GmbH in der Lörracher Straße 18, wenn es um 
den Beitrag des Betriebs für den Markt mit Kriegsgeräten geht. Man 
verfüge nicht über eine Pressestelle und daher könnten entsprechende 
Anfragen nur mit längerer Vorlaufzeit bearbeitet werden, wurde der BZ 
mitgeteilt. Bestätigen wollte man lediglich, dass derzeit mehr als 
700 Menschen bei Litef in Freiburg in Lohn und Brot sind. Die 
Gesamtfläche des Standortes beträgt inklusive aller Büro-, Labor-, 
Produktions- und Lagerräume knapp 19 000 Quadratmeter.  

Litef wurde 1961 vom US-amerikanischen Litton-Konzern gegründet - 
quasi als Gegenleistung für den Kauf von Starfighter-Kampfflugzeugen 
durch die Bundesrepublik. Eingefädelt hatte dies der damalige 
Verteidigungsminister Franz Josef Strauß. In Freiburg wurden die 
passenden Navigationssysteme hergestellt. Dies ist bis heute das 
Kerngeschäft von Litef. In Freiburg werden Komponenten gebaut, mit 
denen sich Schiffe, Landfahrzeuge und Fluggeräte im Raum orientieren 
können. Diese Komponenten können sowohl für zivile als auch für 
militärische Zwecke eingesetzt werden.  

Wie groß der Militäranteil derzeit ist, sagt Litef nicht. Auch wohin 
die Bauteile genau gehen, wird der Öffentlichkeit nicht auf dem 
Silbertablett serviert. Im Internet nachzulesen ist indes, dass Litef-
Produkte unter anderem in Eurofighter-Kampfjets, in Leopard-
Kampfpanzern, Fuchs-Spürpanzern sowie Kriegsschiffen verschiedener 
Größen, U-Booten und Torpedos zum Einsatz kommen.  

*Litef gehört seit 2001 zum US- amerikanischen Rüstungsunternehmen
Northrop Grumman.*  

Der Konzern mit weltweit mehr als 120 000 Beschäftigten setzte 
zuletzt etwa 25 Milliarden US-Dollar mit Waffen um (2007) und fertigt 
für das US-Militär unter anderm den B2-Tarnkappenbomber und die die 
atomgetriebenen Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.  

Kritik von Gegnern der Rüstungsindustrie

Der Friedensaktivist Jürgen Grässlin, der sich unter anderem als 
Vorsitzender der Rüstungsinformationsbüros Freiburg mit dem Thema 
befasst, bezeichnete Litef kürzlich in einem Interview mit dem Online-
Magazin Fudder als "Freiburgs tödlichstes Unternehmen". Gegenüber der 
BZ warf er Litef vor, dass die Navigationsgeräte aus Freiburg unter 
anderm im Irak und Afghanistan sowie in Saudi-Arabien zum Einsatz 
kämen, wo die Menschenrechtssituation sehr schlecht sei. Litef wollte 
dies weder bestätigen noch dementieren. Laut Grässlin macht Litef die 
Hälfte des Umsatzes im Militärbereich.  

In militärischem Auftrag geforscht wird in Freiburg an den Fraunhofer-
Instituten für Kurzzeitdynamik (EMI; 210 Mitarbeiter, 18 Millionen 
Euro Jahresbudget) und für angewandte Festkörperphysik (IAF; 240 
Mitarbeiter, 26 Millionen Euro Jahresbudget). "Wir entwickeln aber 
keine Waffen, sondern defensive Techniken, die auch zivil genutzt 
werden können", so IAF-Sprecher Harald Müller. Die Hälfte des IAF-
Budgets komme vom Bundesverteidigungsministerium.  


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