[FFL] Berlin: 2000

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So Feb 21 22:57:40 CET 2010


Hallo Leute!

Hier ein Artikel zur Demo in Berlin aus tp.

Ciao
   Klaus


Geringe Beteiligung beim Protest gegen Afghanistaneinsatz der 
Bundeswehr

Es gibt aber eine ganze Reihe lokaler Aktivitäten gegen das 
Engagement der Bundeswehr in Afghanistan.

"Obwohl Umfragen zufolge die Mehrzahl der Bundesbürger den 
Bundeswehreinsatz in Afghanistan ablehnt, lassen sich nur wenige 
Menschen dagegen mobilisieren." Diese Einschätzung von Ute Finckh vom 
Bund für Soziale Verteidigung hat sich am Samstag wieder einmal 
bestätigt.

Ca. 2000 Menschen demonstrierten am Samstag in Berlin für den Abzug 
der Bundeswehr aus Afghanistan. "Kein Soldat mehr. Dem Frieden eine 
Chance - Truppen raus aus Afghanistan" hieß das Motto der Aktion, zu 
der bundesweit mobilisiert wurde.

"Krieg wird niemals Frieden, wie auch eine Katze niemals ein Hund 
wird", widersprach der Theologe Eugen Drewermann unter Applaus den 
Beteuerungen der Bundesregierung, der Einsatz der Bundeswehr diene 
dem Frieden in Afghanistan. Drewermann schloss seinen Beitrag mit 
einem literarischen Klassiker der deutschen Friedensbewegung ab, 
indem er das Gedicht "Sag nein", von Wolfgang Borchert rezitierte.

Zum Abschluss der Demonstration wurden Schilder mit den Namen von 100 
Städten, in denen Antimilitaristen aktiv sind, in der Nähe des 
Reichstags platziert. Darunter waren neben Großstädte wie Berlin, 
Bremen und Hamburg auch Orte wie Halle an der Saale und das 
osthessische Fulda, die bisher nicht als politische Hochburgen 
bekannt waren.

Seit einigen Monaten ruft der Kreisverband des Fuldaer DGB mit einem 
Appell zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und zur Schaffung von 
zivilen Arbeitsplätzen auf. "Der Anlass war der Tod eines jungen 
Mannes aus Fulda, der an den Folgen seiner Verletzungen, die er sich 
als Soldat in Afghanistan zugezogen hat, im letzten Jahr gestorben 
war. Bei der Beerdigung sei viel vom Tod für das Vaterland gesprochen 
worden, nicht aber, dass sich der Mann zur Bundeswehr gemeldet hatte, 
weil er arbeitslos war", berichtet Karin Masche vom Fuldaer DGB-
Kreisvorstand. Das sei der Anlass für die osthessischen 
Gewerkschafter gewesen, friedenspolitische Position zu beziehen.

Wie die Städteschilder deutlich machten, ist das Beispiel aus 
Osthessen keine Ausnahme. An der Basis laufen mehr Aktivitäten gegen 
das Engagement in Bundeswehr in Afghanistan, als die relativ 
bescheidene Zahl der Demonstrationsteilnehmer am Samstag vermuten 
lässt.
Peter Nowak
21.02.2010


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