[FFL] (Fwd) Loba Eliav gestorben

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So Aug 1 15:16:13 CEST 2010


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Aus dem heutigen HaGalil Newsletter:

Als vor Kurzem Arieh "Lova" Eliav (21. November 1921 - 30. Mai 2010) 
starb, hat uns eine der charismatischsten Persönlichkeiten aus der 
Generation der Staatsgründer verlassen. Lova war nicht nur einer der 
Gründer der Arbeitspartei, er blieb auch jahrzehntelang einer der 
geistigen Mentoren der israelischen Sozialdemokratie. Die israelische 

Linke habe den Staat nicht nur ausgerufen und aufgebaut, sie habe 
auch 
weiterhin die Pflicht an der Vision eines gerechten Staates für alle 
seine Bürger und eines gerechten Friedens mit allen seinen 
Nachbarn festzuhalten.

Er war einer der schärfsten Kritiker der Siedlungspolitik und sah in 
der 
politischen Wende 1977, als die israelischen Sozialdemokraten zum 
ersten 
Mal nach der Staatsgründung abgewählt wurden und der Likud unter 
Menachem Begin die Geschäfte übernahm, eine Katastrophe für den Staat 

und die israelische Gesellschaft. Dass er im rechten Lager auf 
Widerspruch stiess ist wenig überraschend, dass dieser Widerspruch 
aber 
so oft in persönliche Diffamierung und blanken Hass umschlug und ihn 
oftmals mit voller Wucht traf, war trotzdem erschreckend.

comments to Lova Eliaw: Der Siedlungsbau vergiftet Israel

    *
      Sebaldius
      "  '" (25. Juli 2010) at 16:51
      <http://www.hagalil.com/archiv/2010/07/24/eliav/comment-page-
1/#comment-14862>


      Im Grunde genommen hat Israel mit der jüdischen 
Kolonialisierung
      der besetzten Gebiete Selbstmord begangen als  "jüdischer _und_
      demokratischer" Staat. Israel hat da ein Stück abgebissen, das 
es
      nicht schlucken und nicht verdauen kann. Israel hat keine 
Chance
      mehr, langfristig als Judenstaat zu überleben.

      Denn diese jüdische Besiedelung der besetzten Gebiete ist
      irreversibel und hat eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich 
gemacht.
      Andererseits kann Israel aber auch nicht auf ewig die Millionen
      Palästinenser in den besetzten Gebieten in Ghettos und 
Bantustans
      einsperren und unterdrücken und entrechten und als 
minderwertige
      Menschen behandeln. Aber Israel kann diese Millionen Menschen 
auch
      nicht einfach vertreiben, oder gar töten.

      Also bleibt am Ende nur noch der binationale Einheitsstaat. Ein
      Staat mit einer Verfassung, die allen Bürgern zwischen Meer und
      Jordan exakt dieselben Rechte einräumt, ob sie nun Juden sind 
oder
      Palästinenser.

      Und was sollte denn eigentlich so schlimm daran sein, dass 
Israel
      eines Tages kein Judenstaat mehr ist, sondern ein ganz normaler
      demokratischer Rechtsstaat westlicher Prägung? Völkischer
      Nationalismus hat eh keine Zukunft mehr.

      Kein Volk auf der Welt lässt sich dauerhaft unterdrücken und
      entrechten. Südafrika hat 1990 gezeigt, wie ein auf 
Unterscheidung
      und Apartheid gegründetes Unrechtssystem sich einfach über 
Nacht
      auflösen kann. Da konnte der "Terrorist" Nelson Mandela einfach
      aus seiner Gefängniszelle herausmarschieren und sich mehr oder
      weniger direkt in den Präsidentenpalast begeben, demokratisch
      legitimiert.
      Warum sollte etwas Vergleichbares nicht in Israel möglich sein?


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