[FFL] ARD mit Bundeswehr-Werbefilm

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Di Feb 3 21:17:44 CET 2009


Hallo Leute!

Hier eine Pressemitteilung der DFG/VK zur gestern von der
ARD um 20:15 Uhr ausgestrahlten Sendung.

Ciao
  Klaus Schramm


03.02.2009
"Willkommen zu Hause" - Ehrung für die Täter

ARD-Film macht deutsche Kriegspropaganda zur besten Sendezeit

Mit dem am Montagabend als Spielfilm daher kommenden Bericht über die 
Folgen des Kriegseinsatzes für einen deutschen Soldaten, wird dem 
Zuschauer, aus Sicht der Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte 
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), der Krieg in Afghanistan allein aus 
deutscher Besatzungslogik heraus vermittelt. "Der vielfachen Kritik 
an dem Kriegseinsatz, an der Besatzung oder an der absurden Logik, 
Terrorismus mit Krieg begegnen zu können, wird ebenso wenig 
nachgegangen, wie tausende Tote der NATO-Besatzung oder das Leben der 
afghanischen Bevölkerung nicht gezeigt werden" erklärte DFG-VK 
Bundesgeschäftsführer Monty Schädel.

Der Film sei "einfach gestrickt" und bediene das "nicht stimmige 
Klischee des guten deutschen Soldaten; Frei nach dem Motto: Ein 
deutscher Soldat, der doch nur Gutes wollte, zieht in die Welt 
hinaus, wird zum Opfer, muss so leiden und keiner kann es verstehen!" 
Dieses seien die Geschichten, denen vergangenen Generationen bereits 
folgten und die das Handeln deutscher Soldaten in der ganzen Welt 
ausklammern. Noch heute seien Anhänger und Angehörige der 
faschistischen Deutschen Wehrmacht überzeugt, dass sie nur Gutes, 
ihre Pflicht, getan hätten. Auch dieser Film stellt zwar mehrfach 
durch die Akteure die Frage: ´Hast du in Afghanistan getötet?´, lässt 
sie dann aber unbeantwortet und wischt mit der Konzentration auf das 
Opfer ´Deutscher Soldat´ über die Opfer deutscher und verbündeter 
Soldaten hinweg.

Schädel betont: "Wer allein den Soldaten einer Besatzungsarmee als 
Opfer darstellt und dabei versäumt, tausende Tote dieser Besatzung 
mindestens in gleicher Weise darzustellen, macht sich der einseitigen 
Darstellung und damit der Kriegspropaganda schuldig!" Der Film jedoch 
beschäftige sich allein mit der Tatsache, dass ein deutscher Soldat, 
der in ein fremdes Land als Besatzungssoldat gegangen ist, 
traumatisiert von Kriegserlebnissen als Opfer zurück kommt.

Die in Ankündigungen des Films kolportierte Aussage, dass durch den 
Film ein dunkler Bereich der Kriegsfolgen erhellt und mit der Kritik 
an der mangelhaften Betreuung traumatisierter "Heimkehrer" durch die 
Bundeswehr ein Misstand aufgedeckt und somit auch Kriegskritik geübt 
werde, widerspricht Schädel energisch. "Die Kritik des Films ist so 
gering, dass sie gut ins Öffentlichkeitskonzept der Bundeswehr, nur 
dass zuzugeben, was sowieso nicht mehr zu leugnen ist, passt. Darüber 
hinaus kommt der Film der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr sehr 
zu pass, denn `Am Ende wird alles gut´´. Die DFG-VK erkennt hierin 
tendenzielle Berichterstattung und Kriegsrechtfertigung im 
Unterhaltungsprogrammteil.

Bei der Kritik an der Dürftigkeit des Films, verkennt die DFG-VK 
jedoch nicht, dass auch die aus dem Krieg zurückkommenden Soldaten 
mit Problemen zu kämpfen haben. Diese jedoch, wie in dem Film 
versucht, einseitig als DIE Opfer des Kriegseinsatzes darzustellen, 
geht nach Ansicht von Schädel an den Tatsachen vorbei. Auch die im 
Film dargestellten Ohnmächtigkeit der Familienagehörigen der 
"deutschen Opfer" des Krieges in Afghanistan, ist für Schädel 
unverständlich.
"Niemand ist verpflichtet in einen Krieg zu ziehen! - Niemand muss 
sich als Soldat verdingen! Es ist immer die Entscheidung des 
einzelnen Menschen selbst." Bekräftigte der DFG-VK-Geschäftsführer 
und rief zur Verweigerung des Kriegseinsatzes und des Kriegsdienstes 
auf. Ebenso warnt er vor allem Familienangehörige davor, das 
Soldatsein als normalen Beruf zu rechtfertigen. "Zuerst ist ein 
Soldat ein Täter. Er ist ausgebildet, um Tötungsmaschinen zu bedienen 
und Menschen zu töten. Er wirkt als Macht und schüchtert ein. Selbst 
wenn es für den einzelnen Soldaten ehrliche humanitäre Beweggründe 
geben sollte, so sollten doch auch die Letzten nach Jahren des 
Krieges erkennen können, dass sich mit dem Krieg der NATO und der 
Bundeswehr, keine Verbesserung für die Menschen in Afghanistan oder 
die angeblich bedrohte Sicherheit der Bundesrepublik ergeben hat."

Am Ende bleibt der Film, trotz einzelner kritischer Sequenzen und 
bedrückender Darstellungen des Soldaten als ein weiteres Opfer des 
Krieges, ein Propagandastück zur Rechtfertigung des Kriegs- und 
Besatzungseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan. Die DFG-VK konnte 
bisher noch nicht untersuchen, wie dieser Film zustande kam, wer ihn 
beauftragte sowie finanzierte und welche Rolle die Bundeswehr 
verdeckt oder offen dazu beigetragen hat und wie er zur besten 
Sendezeit in der ARD präsentiert werden konnte. "Es würde uns aber 
nicht überraschen, wenn sich in der kommenden Zeit Verbindungen 
herausstellen, vergleichbar mit der Unterstützung des US-
Kriegsministeriums für die amerikanische Filmindustrie, die eine 
Verwicklung der Bundeswehr deutlich werden lassen." so Schädel. Für 
den kritischen Beobachter sei bereits in den letzten Tagen auffällig 
gewesen, dass allein die Bundeswehr in den Medien die Situation in 
Afghanistan und auch den Gehalt des Films einschätzen durfte.


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