From klausjschramm at t-online.de Mon Jun 29 15:43:09 2026 From: klausjschramm at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Mon, 29 Jun 2026 15:43:09 +0200 Subject: [fessenheim-fr] neue AKW sind unwirtschaftlich Message-ID: <12be61c1-c859-4ae1-a706-df9e8fa9444b@t-online.de> Hallo Leute! Im Schweizer SRF ist heute eine Nachricht über eine neue Studie der ETH und des Paul Scherrer Instituts (PSI) zu lesen - beide in der Vergangenheit als äußerst eng mit der Kernenergie-Kirche verbandelt! - laut der sich neue AKW nur mit "staatlicher Unterstützung" lohnen würden... Das ist an sich nichts Neues - ich hatte am 9.06. aus aktuellem Anlaß auf dieser Mailingliste bereits Stellung genommen: https://listi.jpberlin.de/pipermail/fessenheim-fr/Week-of-Mon-20260608/003155.html Wichtigster Punkt: Es geht real gar nicht um Subventionen ("Förderung") durch den *Staat*. Der Schweizer Staat hätte dafür nicht - ebenso wenig wie der deutsche - das Geld in der "Portokasse"... Es gäbe also realistisch betrachtet (eine "Strompreis- Umlage" fällt aus!) nur die Möglichkeit, daß sich der Schweizer Staat - ähnlich wie der deutsche Staat in Hinblick auf das 200-Milliarden-"Sondervermögen" für Aufrüstung! - *verschuldet*. ...und für *Schulden* wird bekanntlich ein Gläubiger benötigt. (Ein Gläubiger "glaubt" seinem Schuldner, daß dieser die Schuld mit Zinsen zurückzahlen wird.) Ich zitiere hier nochmal die CEO von Alpiq, Antje Kanngiesser, die im September 2024 ganz offen sagte, daß auf der ganzen Welt "kein einziger Investor" mehr sein Geld für den Bau eines Atomkraftwerkes hergibt. Ausnahmen sind Diktaturen wie China und Rußland, die ihre nationalen Banken kontrollieren und sich auf diese Weise das Geld für den Bau von AKW beschaffen können. Ciao Klaus P.S.: ...und ums nochmal zu betonen: Es geht derzeit in der Schweiz real gar nicht um den Neubau von AKW, sondern darum, die Bevölkerung weichzukochen, damit die drei Schweizer AKW (mit 4 Atom-Reaktoren) noch für Jahrzehnte weiterbetrieben werden können. Allein darum geht's! +++ Debatte um Atomkraftwerke Studie: Neue AKW lohnen sich nur mit staatlicher Unterstützung 29.06.2026, 11:11 ? Neue Atomkraftwerke in der Schweiz sind laut einer neuen Studie unter den heutigen Bedingungen nicht konkurrenzfähig. ? Rentabel könnten sie nur mit staatlicher Förderung, Risikoabsicherung und deutlich tieferen Baukosten werden. ? Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie von Forschenden der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts (PSI). Damit neue AKW wirtschaftlich würden, müsste die Politik die Kernenergie ähnlich wie Erneuerbare fördern und Finanzierungsrisiken absichern. Bei derzeit in Europa und den USA beobachteten Baukosten von 12?000 Franken pro Kilowatt lohne sich eine Investition aber selbst mit staatlicher Unterstützung bei drei von vier Modellen nicht mehr. Nicht wettbewerbsfähig Die Schweiz kann der Analyse zufolge ihr Netto-Null-Ziel mit bestehenden und geplanten Technologien erreichen, ohne dass dafür neue Atomkraftwerke notwendig sind. Das Schweizer Energiesystem würde dann auf Wasserkraft, Solarenergie sowie weiteren erneuerbaren Energien und Speichern basieren. Entscheidend ist laut den Forschenden ausserdem ein funktionierender Stromhandel mit dem Ausland. Gleichzeitig kommt die Studie zum Schluss, dass neue Kernkraftwerke grundsätzlich technisch in ein solches Energiesystem integriert werden können. Ob sie tatsächlich gebaut würden, entscheidet jedoch ihre Wettbewerbsfähigkeit. Nach den Modellen wäre diese nur erreichbar, wenn Kernenergie ? wie auch erneuerbare Energien ? staatlich unterstützt würde und der Staat einen Teil der Risiken tragen würde. Baukosten entscheidend Eine zentrale Rolle spielen zudem die Baukosten. «Wir haben in Europa eine Handvoll von Neubauprojekten, die zum Teil deutlich aus dem Ruder gelaufen sind. Es gibt aber im nicht europäischen Ausland zum Teil Projekte, bei denen die Baukosten sehr günstig ausgefallen sind. Es ist also relativ schwierig, sich dort auf eine Zahl festzulegen», sagte Andreas Pautz vom PSI. Während die jüngsten Neubauten in Europa und den USA Investitionskosten von rund 12?000 Franken pro Kilowatt verursacht hätten, gebe es in anderen Ländern deutlich günstigere Beispiele. Nach den Modellrechnungen wäre neue Kernkraft wirtschaftlich, wenn die Baukosten höchstens rund 8000 Franken pro Kilowatt installierter Leistung betragen würden. Ein Kraftwerk in der Grössenordnung von Gösgen würde dann rund 8 Milliarden Franken kosten. Bei Baukosten auf dem Niveau der jüngsten europäischen Projekte ? rund 12 Milliarden Franken für ein vergleichbares Kraftwerk ? verschwindet die Kernenergie dagegen in den meisten Modellen aus dem kostenoptimalen Energiemix. Winterstromlücke bleibt auch mit AKW Auch mit neuen Kernkraftwerken verschwindet eine weitere Herausforderung nicht: die Winterversorgung. Ganz ohne Importe kommt die Schweiz laut Studie auch dann nicht aus. Die Studie erscheint zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Die Schweiz diskutiert über eine Aufhebung des Neubauverbots für Atomkraftwerke. «Wir werden aber kein Plädoyer für oder gegen Kernenergie halten», betonte Christian Schaffner, Geschäftsführer des Energy Science Center der ETH Zürich, vor den Medien. Vielmehr solle die Studie eine wissenschaftliche Grundlage für die Debatte liefern. +++ https://www.srf.ch/news/schweiz/debatte-um-atomkraftwerke-studie-neue-akw-lohnen-sich-nur-mit-staatlicher-unterstuetzung +++