[fessenheim-fr] Gorleben: Atommuell soll in unsicherem Lager auch ueber 2034 hinaus verbleiben
Klaus Schramm
klausjschramm at t-online.de
Mo Jun 22 22:48:28 CEST 2026
Hallo Leute!
Wovor wir schon vor Jahrzehnten warnten, wird jetzt
offensichtlich: Die 16 deutschen sogenannten
Zwischen-Lager für hochradioaktiven Atommüll
werden zu Langzeit-Lagern.
Das BGZ will nun die Aufbewahrungsgenehmigung für den
in einem unsicheren oberirdischen Lager deponierten
hochradioaktiven Atom-Müll in derzeit 113 CASTOR-Behältern
für weitere 20 Jahre über das Jahr 2034 hinaus
verlängern lassen.
Mit Einreichen des Antrags beim "Bundesamt für die Sicherheit
der nuklearen Entsorgung" (BASE) - vulgo: Atom-Müll-Amt -
startet acht Jahre vor Auslaufen der bestehenden Genehmigung
das atomrechtliche Genehmigungsverfahren.
Derzeit lagern bundesweit rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver
Atom-Müll in 16 oberirdischen Zwischenlagern - eines davon ist bei Gorleben
im Wendland.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/atommuell-gorleben-soll-noch-weitere-20-jahre-betrieben-werden,gorleben-124.html
https://www.kreiszeitung-wesermarsch.de/region/gorleben-soll-weitere-20-jahre-als-zwischenlager-dienen-383870.html
Zu verdanken ist die Problematik der "Zwischen"-Lager
dem sogenannten Atom-Experten Michael Sailer. Bereits
1997 legte Sailer mit seinem Vorschlag, "Zwischenlager"
an den Standorten der deutschen Atomkraftwerke zu errichten,
die Grundlage dafür, daß die "rot-grüne" Bundesregierung ab
1998 den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke garantieren konnte.
Schon 1996 hatte Michael Sailer durch abwertende Aussagen
über CASTOR-Blockaden (Interview in der 'taz', 5.12.1996)
für eine Spaltung des Öko-Instituts gesorgt. Drei prominente
Vertreter der Umweltbewegung, Stephan Kohler, Günter Altner
und Gerd Michelsen, kündigten daraufhin ihren Austritt aus
dem Trägerverein des Öko-Instituts an. Die Professoren Günter
Altner und Gerd Michelsen, die 1977 zu den Gründern des
Öko-Instituts gehört hatten, schieden zugleich aus dem
wissenschaftlichen Kuratorium aus. Aus der Sicht von Altner,
Michelsen und Kohler fiel Sailer mit seinen Äußerungen den
Bürgerinitiativen in den Rücken. Diese seien zudem sachlich
falsch. Marianne Fritzen (1924 - 2016), langjährige Vorsitzende
der BI Lüchow-Dannenberg und Atomkraftgegnerin der ersten
Stunde, sprach damals von einem "Schlag ins Gesicht" der
AktivistInnenen. Sailer habe den "Kontakt zur Basis verloren"
und gegen "die Nähe zur Industrie" vertauscht.
Ciao
Klaus Schramm
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