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<BODY bgColor=#ffffff>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Lieber Peter Voss, liebe 
Liste!</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Ich sehe das Grundeinkommen ( eher 
Grundsicherung, also ein nicht unbedingtes, sondern Einkommens- und 
vermögensabhängiges Grundeinkommen ) als ein Art Mindestlohn an, insbesondere 
dann, wenn man - wie in unserem Grünen Modell - die Zuverdienstregeln für 
den Erwerbstätigen günstig regelt ( 50% Anrechnung bis zum doppelten 
Grundsicherungsbetrag ): Egal, wie niedrig der Lohn ist, zu dem der 
Erwerbstätige arbeitet, er hat immer mindestens die Grundsicherung und dann noch 
etwas mehr. </FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Statt also in die Marktwirtschaft 
einzugreifen und einen Mindestlohn festzulegen oder auch, wie in anderen Modell 
( Magedeburger Alternative! ) auch noch den Unternehmern Subventionen zu zahlen, 
und das ganze Lohnsubventionen zu nennen, kriegt der Erwerbsfähige immer seine 
Grundsicherung, die mehr als existenzsichernd sein sollte.</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Der argumentative Hintergrund ist der, 
daß ich ( das tun nicht alle ) den Faktor Arbeit als eine resource im Markt 
ansehe wie auch Kapital und Rohstoffe: In einer Marktwirtschaft werden Preise 
nach Angebot und Nachfrage  festgelegt: Hohes Angebot: Kleiner Preis. Da in 
einer globalisierten und durchrationalisierten Arbeitswelt der Preis ( Lohn ) 
für gering qualifizierte Arbeit ( hier kommt das Bildungselement ins Spiel ) 
immer niedriger werden wird, kann ein gering qualifizierter von seinem 
Lohnerwerb nicht mehr leben ( Höher qualifizierte sind heute auch schon in 
zunehmendem Maße von der Arbeitslosigkeit betroffen, aber unser Hauptproblem ist 
die Arbeitslosigkeit der geringqualifizierten: Schüler, die keinen Schulabschluß 
haben etc. ). Da wir aber schwerlich eine Gesellschaft von Spitzenkräften haben 
werden ( dieses Wunder will bei uns die Bundesagentur für Arbeit vollbringen, 
indem sie Arbeitslose schult und schult und schult ), ist die Grundsicherung der 
einzige menschenwürdige und sozialen Ausgleich schaffende Weg. Es gilt nach wie 
vor die Formel:</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Mindestlohn = Existenzsicherung durch 
Arbeit</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Grundsicherung = Existenzsicherung ohne 
Arbeit</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Lohn + Grundsicherung = Mehr als 
Existenzsicherung</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Und nun sind wir beim Thema 
Steuern:</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Diese Leistungen müssen natürlich 
steuerfinanziert erbracht werden  ( wie heute auch unser ALG II, besser 
bekannt unter Hartz IV ) und je </FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>nach dem wie die Grundsicherung 
ausgestaltet wird, kostet das auch zusätzliches Geld über Steuererhöhungen, 
nicht Senkungen, wie unsere Regierung meint. Durch Unternehmenssteuern werden 
eben auch Unternehmen am sozialen Ausgleich beteiligt und nicht durch 
Münterferingsche Apelle zur sozialen Verantwortung nach dem Motto: jetzt haben 
wir was getan, jetzt müßt Ihr Unternehmer auch mal etwas tun: So funktioniert 
das kapitalistische System nicht: Der Kapitalismus ist wie der Geist in der 
Flasche: Er kann Wunder tun, aber er ist auch potzgefährlich und nur durch 
(internationale ) Gesetze und nicht durch Apelle wird er gebändigt. 
</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Die Konsumsteuer ist natürlich auch 
eine Steuer, ich nenne sie immer "arme Leute" Steuer: Denn nur, wer den größten 
Teil seines Einkommens für Konsum ausgibt, ist wirklich von ihr betroffen: Ein 
Herr Ackermann mit 12 Mio. € Jahreseinkommen lacht darüber und steckt sein Geld 
in private-equity-fonds, die Münterfering wohl Heuschreckenbanden nennt. 
</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Deshalb habe ich extreme Bedenken gegen 
eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, wenn auch im Europäischen Verbund und durch 
die geringen Sätze Deutschland in seiner Finanznot über kurz oder lang zu diesem 
Mittel greifen wird: Das ist paradox: Unternehmenssteuern senken und die Steuern 
für den kleinen Mann erhöhen!</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>In dem Zusammenhang ist interessant, 
das im Mutterland des Kapitalismus, in den USA, konkret über die Abschaffung der 
Einkommenssteuer nachgedacht wird zu Gunsten einer allumfassenden Konsumsteuer. 
An dieser Stelle kann auch ich dem Argument des Drogeriemarkt-Managers nicht 
folgen.</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Zu guter letzt: Ich esse gerne Spargel 
und kann ihn mir auch leisten, wenn er teurer ist. Aber wirtschaftlich wirksam 
ist der Spargelanbau, wenn er nicht für eine Minderheit betrieben wird, sondern 
viele Menschen Spargel essen können: Das gibt nämlich auch mehr Spargelbauern 
Lohn und Brot und auch den darauf spezialisierten Erntehelfen aus Polen ( Ein 
Deutscher schafft 3 Kilo Spargel in der Stunde, ein Pole mehr als 5 Kilo 
) der Stundenlohn, auch der war hier mal angefragt, beträgt ungefähr 3 € 
und deckt damit, zumindest in Deutschland nicht das Existenzminimum: Also bildet 
unsere Bundesagentur jetzt deutsche Spargelernter aus und zahlt dafür 1€ die 
Stunde (übrigens entgegen den Regeln steuerfrei; deshalb wurde der 1€ Lohn auch 
MAE, Mehr Aufwands Entschädigung getauft, da üblicherweise im Steuerrecht 
Aufwandsentschädigungen ( z.B. bei Bundestagsabgeordneten ) nicht zu versteuern 
sind, guter Trick! </FONT></DIV>
<DIV> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Grüße</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Joachim Behncke, Berlin</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2>Mitglied bei Bündnis90/Die Grünen ud 
des AK Grundsicherung/Grundeinkommen</FONT></DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<DIV><FONT face="Times New Roman" size=2></FONT> </DIV>
<BLOCKQUOTE dir=ltr 
style="PADDING-LEFT: 5px; MARGIN-LEFT: 5px; BORDER-LEFT: #000000 2px solid; MARGIN-RIGHT: 0px">
  <DIV><FONT face=Arial size=2><B>-----Ursprüngliche 
  Nachricht-----</B><BR><B>Von: </B>Peter Voss <<A 
  href="mailto:vossp@tdcadsl.dk">vossp@tdcadsl.dk</A>><BR><B>An: </B><A 
  href="mailto:debatte-grundeinkommen@listen.grundeinkommen.de">debatte-grundeinkommen@listen.grundeinkommen.de</A> 
  <<A 
  href="mailto:debatte-grundeinkommen@listen.grundeinkommen.de">debatte-grundeinkommen@listen.grundeinkommen.de</A>><BR><B>Datum: 
  </B>Samstag, 30. April 2005 00:07<BR><B>Betreff: </B>[Debatte-Grundeinkommen] 
  Mindestlohn<BR><BR></DIV></FONT>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Sehr geehrter Dr. Behnke,</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>da ich ein Beführworter des Mindestlohnes neben 
  einem hohen Grundeinkommen bin, will ich Sie fragen, von welchem Modell Sie 
  ausgehen, wenn Sie das Nebeneinander beider </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Lohnformen verneinen?</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Es waren in den letzten Tagen mehrere denkwürdige 
  Einträge im Forum, teils als Buchbesprechungen, Zeitungsartikel und Beiträge 
  im 5. Informationsblatt, die mich vorläufig in meiner Vorstellung ein wenig 
  unsicher sein lassen.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Nur will ich als Globalantwort geben, dass ich 
  nicht daran glaube, dass der Arbeitsmarkt total verschwindet: der öffentliche 
  Sektor wird grösser werden, die Industrie wird mehr und mehr in der Tiefe 
  spezialisierte Produkte herausbringen, die vielfach gewandelt und verändert 
  auf den Markt gebracht werden. Trotz zunehmender Automatisierung oder - 
  besser noch - Robotterisierung, werden auch die Lieferanten entsprechende 
  Entwicklungen durchmachen. Anfangs ist das schwierig und erfordert Datalogen 
  und IT-Science-Mitarbeiter, dann aber schliessliche auch nur noch normal 
  ausgebildete. Aber die Innovation geht weiter - und es gibt noch viele 
  unerschlossene und nicht entdeckte Bereiche, die noch erschlossen werden 
  wollen. Und ich denke da am wenigsten an Biotechnologie, deren Fehlleistungen 
  jedoch in der Zukunft noch  viel Erfindungsreichtum fordern wird, um 
  schreckliche Folgen in den Griff zu bekommen. Dann gibt es den Servicebereich, 
  in dem </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Personen ohne weitere Ausbildung und Handwerker 
  viel mehr Arbeit finden könnten als jetzt unter der Vorraussetzung des 
  BGE.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Obwohl ich also nicht an das Verschwinden der 
  Arbeit glaube, so glaube ich auch nicht daran dass man die Bezahlung alleine 
  über die Konsomsteuer hereinbekommt. Hierfür gibt es viele Gründe. Einer von 
  diesen ist, dass viele Konsumtransfers garnicht im näheren Umfelt getätigt 
  werden und zunehmend mehr auch aus dem Ausland pr Internet bestellt 
  wird.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Da sieht es bei den geltenden Bestimmungen nicht 
  gut aus für die Konsumsteuer. Wenn z.B. die Kinesen und Inder stärker in den 
  Angebotsektor zu deren Preisen handeln, dann würde selbst bei einer 
  Transferierung von Konsumsteuern aus diesen Ländern an unsere Steuerbehörden 
  wenig dabei herauskommen. Ferien im Ausland sind ein anderes Problem kann man 
  das alles fixen. Darum setze ich ja auch auf die Vergrösserung der 
  öffentlichen Sektors, wobei auch die Differenzierung von Gesundheitsleistungen 
  diverser Art stark mit- spielen werden. </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Im Gegensatz zu vielen Anderen sehe ich nicht 
  recht, dass die Menschen sehr viel Lust haben sollten zu arbeiten, wenn der 
  Mehrlohn gegen Null geht. Hingegen ist mir eingängig, dass fürchterliche Jobs 
  in Zukunft sehr teuer bezahlt werden müssen.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Wenn ich jetzt noch hinzunehme, worauf der 
  bm-drogist (Entschuldigung) mit seinger natürlichen Unterscheidung von 
  Betriebs- und Nationalwirtschaft hinweist, dann bin ich </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>sehr führ eine Kombination von 
  Einkommensbesteuerung aller Formen von Geldtransfers von einer Einheit zu 
  einer anderen Einheit, was bedeutet kann: von einer Firma 
  zu ihrem Mitarbeiter, von einem Vermögen zu einem Erben oder Nutzniesser 
  oder von einer Person zu irgendeiner anderen, aus welchen Gründen auch 
  immmer - abgesehen von Taschengeld aus besteuerten Einkünften jeder Art. 
  Als Bruttosteuer vorgesehen ohne jegliche Abzüge, würde sich wohl ein 
  Prozentsatz von 35 mit der Zeit auf 25 % fallend vorstellen 
  lassen.</FONT></DIV>
  <DIV> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Bevor Ihnen vor Schreck der Atem vergeht, 
  ist hinzuzufügen, dass damit auch die Renten-, die Kranken- und 
  Pflegekosten und so weiter mit abgedeckt werden sollen, um mit dem 
  Kokus-Pokus der viel zu teuren System aufzuräumen. (In meinem Lande (DK) 
  bekommt der gesamte Gesundheitssektor etwa 8, 3 % vom Nationalprodukt und 
  nicht sehr viel Eigenbeitrag ausser bei Zähnen (70 - 80 %) und 
  Optik</FONT> <FONT face=Arial size=2>(85%) (Klammerwerte sind Schätzungen 
  auf Grundláge eigener Erfahrungen).</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Dazu käme dann die MwSt, nun als Verbrauchsteuer 
  von 20 bis 30 Procent, aber graduiert nach grünen Gesichtpunkten auch 
  wesentlich niedriger und höher. </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Wenn man also vorraussetzt, dass die Arbeitsmenge 
  gross bleiben wird, und man ein kalkulierbares Steueraufkommen haben will, 
  dann wird man auch einen relativ hohen Mindeststundenlohn fordern 
  müssen.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Mir persönlich würde es dabei wenig ausmachen, 
  wenn der Spargel teuer wäre. Vielleicht sollte er garnicht in Deutschland 
  angebaut werden.</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2></FONT> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Ich bin mir Klar darüber, dass mein Beitrag keine 
  durchdiskutierte Begründung ist, aber</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>er gibt doch einen Grund an bei einer anderen 
  gedanklichen Vorraussetzung als gemeinhin in diesem Forum vertreten wird. Ist 
  nur noch hinzuzufügen, dass auch ich für eine teilweise Entkoppelung von 
  Arbeit und Einkommen eintrete; es soll nämlich keine Gegenrechnung für 
  </FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>ein steuerfreies Grundeinkommen geben, sodass es 
  sich wirklich lohnen kann zu arbeiten, insbesondere wenn der Stundenlohn 
  hoch zu sein hat.</FONT></DIV>
  <DIV> </DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Mit freundlichem Gruss</FONT></DIV>
  <DIV><FONT face=Arial size=2>Peter 
Voss</FONT> </DIV></BLOCKQUOTE></BODY></HTML>