From 078222664-0001 at t-online.de Mon Jun 25 00:04:00 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Mon, 25 Jun 2007 00:04:00 +0200 Subject: [Gen-Info] Gen-Kartoffel Amflora Message-ID: <1I2aBc-1x4k7d0@fwd34.aul.t-online.de> Hallo Leute! Hier - leider wieder ein wenig verspätet - zwei Artikel der letzten Tage. Ciao Klaus Schramm klaus.schrammqbund.net 20.06.2007 Gen-Kartoffel Amflora EU-Umweltministerkonferenz entscheidet nächste Woche über Zulassung Der Chemie-Konzern Bayer hat es in diesem Jahr mit der Zulassung seiner Gen-Kartofel Amflora bei den erfahrungsgemäß gentech-freundlichen EU-Behörden nicht mehr eilig. Anfang dieses Jahres geriet das Zulassungsverfahren zwar wegen Kritik, die auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) in London geteilt wurde, zeitweilig ins Stocken.[1] Doch dann konnte Bayer den Anbau der Gen-Kartoffel in Deutschland auf einer Fläche von über 100 Hektar als "Versuchsanbau" deklarieren und bekam von willfährigen Behörden die Genehmigung. Vergangene Woche schlug nun die Europäische Kommission dem EU-Ministerrat vor, den Anbau der gen-Kartoffel und deren Verwendung zur Stärkegewinnung in der EU zu genehmigen. Die amtierende deutsche EU-Ratspräsidentschaft will die Umweltminister am Donnerstag nächster Woche in Luxemburg über den Vorschlag abstimmen lassen. Im Dezember letzten Jahres hatte ein Votum des zuständigen Regelungsausschusses mit einem Patt geendet. Nach wie vor gilt es als unsicher, ob im Ministerrat eine qualifizierte Mehrheit für oder gegen den Vorschlag zustande kommt. Damit fiele der Kommission die unpopuläre Aufgabe zu, die genmanipulierte Kartoffel zu genehmigen. BASF zeigt sich zuversichtlich. Die EU-Kommission hatte bereits zu Beginn des Zulassungsverfahrens eine Empfehlung zugunsten von 'Amflora' ausgesprochen. Die Zulassung der Gen-Kartoffel hat allerdings weniger kommerzielle denn politische Gründe: In der EU wurden seit Anfang 1998 keine genmanipulierten Pflanzen mehr für den kommerziellen Anbau zugelassen. Mit einem positiven Bescheid würde das bereits durchlöcherte Gen-Moratorium auf EU-Ebene endgültig zu Fall gebracht. Anmerkungen [1] Siehe auch unsere Beiträge: Gen-Kartoffel von BASF wird von EU-Bürokratie verharmlost Kritik der Europäischen Arzneimittelagentur beiseite gewischt (18.04.07) Entscheidung über Gen-Kartoffel vertagt Europäisches Gen-Moratorium hängt am seidenen Faden (24.02.07) BASF will Gen-Kartoffel anbauen Fällt nun das europäische Gen-Moratorium? (9.02.07) REGENBOGEN NACHRICHTEN From 078222664-0001 at t-online.de Mon Jun 25 00:04:01 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Mon, 25 Jun 2007 00:04:01 +0200 Subject: [Gen-Info] Greenpeace entdeckt illegal angebauten Gen-Mais in Brandenburg Message-ID: <1I2aBd-1x4k7e0@fwd34.aul.t-online.de> 21.06.2007 Greenpeace entdeckt illegal angebauten Gen-Mais in Brandenburg Heute mußte in Hohenstein bei Strausberg (Märkisch-Oderland) [1] die Polizei anrücken. Diesmal ging es nicht um eine Anti-GMO-Aktion auf brandenburgischen Feldern, denn Greenpeace hatte die Polizei gerufen. Schon vor deren Eintreffen hatten 15 Greenpeace-AktivistInnen ein Gen-Mais-Feld des umstrittenen Landwirts Jörg Piprek markiert und einen sieben Meter hohen Turm aufgebaut. Gleichzeitig erstattete Greenpeace bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) Anzeige gegen den Landwirt, der bereits in den vorigen Jahren wegen seines Diensteifers für den Gentech-Konzern Monsanto aufgefallen war. Greenpeace wirft ihm nun vor, den Gen-Mais illegal anzubauen. Piprek beachte nicht einmal die laschen Vorgaben des geltenden Gentech-Gesetzes und habe das Gen-Mais-Feld nicht bei den Behörden im Standortregister gemeldet. Greenpeace forderte Piprek auf, die genmanipulierten Mais-Pflanzen unverzüglich unterzupflügen. Selbst laut Risikobewertung des gentech-freundlichen Bundesministeriums für Verbraucherschutz und Landwirtschaft (BVL) besteht bei dem von Piprek angebauten Gen-Mais MON 810 begründeter Verdacht, daß dieser eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Piprek verstößt laut Greenpeace in diesem Fall nicht allein gegen das Gentech-Gesetz. Auch der Eigentümer eines der betroffenen Flurstücke fordert vom Pächter Jörg Piprek, den Gen-Mais unverzüglich zu entfernen. Er hatte bereits vor der Aussaat im März 2007 seinem Pächter den Anbau von Gen-Mais ausdrücklich untersagt. Nur wenige Kilometer entfernt wächst Gen-Mais in dem Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch, wo gefährdete Schmetterlingsarten leben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß sich das von dem Gen-Mais produzierte Bt-Gift auch auf zahlreiche Tiere, darunter auch Bienen und Schmetterlinge, negativ auswirkt. "Dieser Fall zeigt, daß der Anbau genmanipulierter Pflanzen nicht zu kontrollieren ist. Selbst bestehende Gesetze greifen nicht. Und dies ist vermutlich erst die Spitze des Eisberges", meint Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei Greenpeace. Erst Anfang Mai hatte das Augsburger Verwaltungsgericht der Klage eines Imkers gegen die Gen-Mais-Sorte MON 810 stattgegeben.[2] Trotzdem wächst auf den Feldern von Bauer Piprek genau dieser Mais. Als Piprek nach einer Stunde am Feld erschien, forderte er die AktivistInnen auf, das Feld zu räumen. Zu den Vorwürfen wollte er sich nicht äußern. "Die Strafanzeige ist mir egal. Ich sage ihnen nicht, was das für Mais ist. Greenpeace ist nicht kompetent", meinte er bevor er wieder wegfuhr. Auch er rief die Polizei. Wenig später fuhren gleich vier Streifenwagen vor. Greenpeace müßte den Turm abbauen. Der Inhaber einer Öko-Bäckerei im Nachbarort Klosterdorf begrüßte die Greenpeace-Aktion: "Wir verfolgen eine Strategie der stetigen Nadelstiche, so wird das Thema nicht vergessen", sagte Ariberth Tifflus. "Niemand kann heute garantieren, daß Gen-Pflanzen unbedenklich sind. Doch was einmal in die Natur gesetzt wurde, kann nie mehr zurück geholt werden." Tifflus sorgt sich auch um das Bio-Image der Region. "Der Anbau von Genmais schadet uns. Ich habe auch Angst, meine Kundschaft zu verlieren", sagte der Öko-Bäcker. Der Anbau sei nicht nur ökologisch bedenklich, er störe auch den sozialen Frieden. "Die Menschen in Strausberg haben sich im Jahr 2005 verständigt, eine Gentechnik-freie Gemeinde sein zu wollen. Herr Piprek, der zugezogen ist, will sich daran nicht halten", sagte er. "Auch unter den Bauern gibt es Streit." Seine Fortsetzung findet der Streit bereits in zwei Wochen. Dann klagt Piprek gegen die Kreisverwaltung Märkisch-Oderland. Die hatte verfügt, dass Piprek Genmais, den er im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bucht bei Strausberg gepflanzt hatte, vernichten muß. "Wichtig ist, daß der Mais umgepflügt wird, bevor er blüht und die Pollen fliegen. Wir müssen auch verhindern, daß er das für Schmetterlinge tödliche Gift produzieren kann", sagt Greenpeace-Expertin Brendel. Anmerkungen [1] Siehe hierzu auch unseren Artikel: Anti-GMO-Aktion von Greenpeace im Märkisch-Oderland Verbindung zu Gen-Milch deutlich gemacht (10.08.06) [2] Siehe hierzu auch unseren Artikel: Stoppt Gerichtsurteil den Vormarsch von Gen-Food in Deutschland? (9.05.07) Siehe auch unsere Artikel: 90 Prozent der Brandenburger LandwirtInnen gegen Gen-Mais Präsident des Landesbauernverbandes für Gen-Mais (23.05.07) Verbot von Gen-Mais MON 810 Folge des Augsburger Gerichtsurteils? (20.05.07) Agro-Gentechnik Über ihre Auswirkungen und Risiken, die Frage der Koexistenz und die Chancen des Gen-Moratoriums (9.04.07) Anti-GMO-Aktion in Brandenburg Trotz gigantischem Polizei-Einsatz gelangten rund 90 AktivistInnen auf Gen-Mais-Feld (31.07.06) Anti-GMO-Aktion in Ladenburg (7.07.06) »Landliebe« ist Genfood Greenpeace deckt die Herkunft der Futtermittel auf (3.03.06) REGENBOGEN NACHRICHTEN From 078222664-0001 at t-online.de Mon Jun 25 13:11:23 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Mon, 25 Jun 2007 13:11:23 +0200 Subject: [Gen-Info] Anti-GMO-Aktion bei Karlsruhe Message-ID: <1I2mTb-2KfNGC0@fwd27.aul.t-online.de> Hallo Leute! Hier eine gute Nachricht: Das größte Gen-Mais-Feld in Baden-Württemberg ist entschärft worden. Ciao Klaus Schramm klaus.schramm at bund.net 25.06.07 Anti-GMO-Aktion bei Karlsruhe Größtes Gen-Mais-Feld in Baden-Württemberg entschärft Unbekannte haben der Allgemeinheit einen Dienst erwiesen und das größte Gen-Mais-Feld in Baden-Württemberg auf einer Fläche von 2,6 Hektar entschärft. Das laut offiziellen Angaben als Versuchsanbau deklarierte Gen-Mais-Feld in Forchheim-Rheinstetten wurde von Gentech-GegnerInnen in der Nacht zum Samstag abgeerntet. Laut Polizei soll es sich um eine "Vereinigung autonomer Bienen" gehandelt haben. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium bestätigte die Polizeimeldung. Minister Peter Hauck meinte, es habe sich um "kriminelles Verhalten" gehandelt als der Gen-Mais geerntet - nicht, als er ausgesät wurde. REGENBOGEN NACHRICHTEN