From 078222664-0001 at t-online.de Fri Mar 9 22:50:44 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Fri, 9 Mar 2007 22:50:44 +0100 Subject: [Gen-Info] unsichere Kantonisten Message-ID: <1HPmz6-17iRm40@fwd35.sul.t-online.de> Hallo Leute! Hier ein Artikel, der unsere Ablehnung der sogenannten Koexistenz-Politik einmal mehr bestätigt. Die Ablehnung der Agro-Gentechnik ist unter den LandwirtInnen keineswegs so stark wie bisher aus allgemeinen Umfragen indirekt geschlossen wurde. Überdies genügen einige Wenige, die sich für dafür hergeben, die genmanipulierten Pflanzen von Monsanto, Syngenta, Bayer und Co. anzubauen. Diese werden sicherlich reichlich entlohnt und - selbstverständlich ohne Rechtsgrundlage - von den Konzernen von jeglicher Haftung freigestellt. Ohne Rechtsgrundlage deshalb, weil vier oder fünf Jahre großflächiger GMO-Anbau in Deutschland genügen werden, um einen gentechnikfreien Anbau unter einem Grenzwert von 0,9 Prozent unmöglich zu machen. Und um den Fuß in die Tür zu bekommen, werden sie auch "großzügig" ganze Ernten aufkaufen, die gen-kontaminiert sind, damit überhaupt keine Schadens-, also auch keine Haftungsfälle eintreten. Sorgen wir also dafür, daß nirgendwo dieser Dreck angebaut wird. Ciao Klaus Schramm klaus.schramm at bund.net Berliner Umschau 5.03.2007 Landwirte offenbar nicht mehrheitlich gegen grüne Gentechnik Befragung zur Akzeptanz von gentechnisch verändertem Saatgut ergibt überraschendes Ergebnis Von Karin Burghofer Bisher, so schien es, war eine Mehrheit der deutschen Bauern gegen Gentechnik. Doch so ganz scheint das nicht mehr zu stimmen. Die im Gegensatz zur Verbraucherseite bislang wenig erforschte Einstellung der deutschen Landwirtschaft gegenüber der grünen Gentechnik haben jetzt Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen in einer Studie untersucht. Danach befürwortet knapp ein Drittel der Befragten die Verwendung von gentechnisch veränderten Saatgutsorten, während sich 29 Prozent klar gegen den Einsatz aussprechen. "Die größte Gruppe von über 38 Prozent ist unentschlossen kritisch, aber nicht gänzlich ablehnend", erläutert Studienleiter Prof. Dr. Achim Spiller. "Entgegen der oft vertretenen These, Landwirte seien mehrheitlich gegen Gentechnik, zeigen die Ergebnisse unserer Untersuchung ein geteiltes Bild." Die Akzeptanz der sogenannten grünen Gentechnik in der Gesellschaft wird bereits seit mehreren Jahren intensiv untersucht. "Bisher konzentriert sich die Forschung in Deutschland jedoch fast ausschließlich auf die Verbraucherseite", so Spiller. Nach seinen Angaben konnte hier wiederholt ein klares Meinungsbild festgestellt werden. Verbraucher lehnen "Genfood" mehrheitlich ab. Die Göttinger Studie zeigt, daß vor allem das Meinungsbild der Familie und ökonomischer Druck eine zustimmende Haltung gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen beeinflussen. "So ist davon auszugehen, dass einige Landwirte GV-Saatgut aufgrund wirtschaftlicher Vorteile einsetzen würden, obgleich sie dieser Thematik unter Umständen kritisch gegenüberstehen. Neben der Zustimmung des räumlichen Umfelds spielt außerdem das Innovationsverhalten landwirtschaftlicher Entscheider gegenüber neuen Saatgutsorten eine wichtige Rolle", betont Mitautor Julian Voss. "Erstaunlicherweise haben das Haftungsrisiko und mögliche Probleme wie eine Verunkrautung der Anbauflächen nur eine nachgeordnete Bedeutung." "Auf die direkte Frage, ob künftig der Einsatz von gentechnisch veränderten Saatgutsorten geplant ist, antworten jedoch auch die befürwortenden Landwirte zunächst zurückhaltend. Wird jedoch ein konkretes Produkt wie zum Beispiel Mais oder Zuckerrüben mit Vor- und Nachteilen vorgestellt, erhöht sich die Bereitschaft zum Einsatz von GV-Saatgut. Selbst in der Gruppe der Gegner steigt die Verwendungswahrscheinlichkeit", sagt Prof. Spiller. Keine schönen Aussichten. http://www.berlinerumschau.com From 078222664-0001 at t-online.de Fri Mar 9 22:50:55 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Fri, 9 Mar 2007 22:50:55 +0100 Subject: [Gen-Info] Kritik an Seehofers Gen-Eckpunkten aus den eigenen Reihen References: <45ED961F.3070503@gen-ethisches-netzwerk.de> Message-ID: <1HPmzH-17iRm90@fwd35.sul.t-online.de> Hallo Leute! Politikergeschwätz ist zwar bekanntlich weniger haltbar als frisches Gemüse - gleichgültig ob von rot, gelb, grün oder schwarz. Interessant - und ungewöhnlich - ist allerdings doch, wenn ein Unions- Politiker wie Seehofen aus den eigenen Reihen heraus ökologisch kritisiert wird... Ciao Klaus Schramm 05.03.2007 Die Welt (Auszüge) Geht es nach CSU-General Markus Söder, wird die CSU eine "grüne Marktwirtschaft" für Deutschland entwickeln. Im Gespräch mit WELT ONLINE geht der Generalsekretär auf Distanz zu Seehofers Gentechnik-Gesetz. (...) Unzufrieden zeigt sich Söder mit den von seinem Parteifreund Horst Seehofer vorgelegten Eckpunkten für ein Gentechnikgesetz. Nicht nur Umweltschützer, sondern auch Bauern, Eltern und selbst die Kirchen hätten große Bedenken geäußert. (...) WELT ONLINE: Über die grüne Gentechnik wird an der CSU-Basis heftig gestritten. Wollen Sie mehr oder weniger grüne Gentechnik? Söder: Die Chancen grüner Gentechnologie sind viel geringer als die Risiken. Einmal freigesetzt, greift grüne Gentechnologie in die Natur ein. Deshalb habe ich große Bedenken gegen die kommerzielle Nutzung. In einem Gen-Mais sind zum Beispiel Maus-Gene enthalten. Wer möchte diesen Mais unseren Kindern geben? Daher müssen wir uns den Gesetzentwurf der Bundesregierung noch einmal genau anschauen. Die Abstandsflächen zwischen den Feldern sind mir zu gering. Wenn die Saatguthersteller selbst 300 Meter Abstand zu Gen-Feldern empfehlen, kann man nicht 150 Meter in das Gesetz schreiben. WELT ONLINE: Das heißt, die von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer vorgelegten Eckpunkte des Entwurfs gehen Ihnen noch nicht weit genug? Söder: Horst Seehofer hat selbst gesagt, dass man im Gesetzgebungsverfahren noch den einen oder anderen Punkt intensiv diskutieren muss. Nicht nur Umweltschützer, sondern auch Bauern, Eltern und selbst die Kirchen haben große Bedenken geäußert. Mir ist in diesem Fall die Sicherheit wichtiger als die Forschung. (...) From 078222664-0001 at t-online.de Fri Mar 9 22:50:46 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Fri, 9 Mar 2007 22:50:46 +0100 Subject: [Gen-Info] [Newsletter-Feldbefreiung] Es geht wieder los! (fwd) References: <1623202740.20070306084308@gendreck-weg.de> Message-ID: <1HPmz8-17iRm50@fwd35.sul.t-online.de> Gendreck-weg-Newsletter März 2007 Liebe Freundinnen und Freunde, es hat ein bisschen gedauert, bis der neue Rundbrief endlich auf die Reise durch die Kabel gehen konnte. Im Januar haben uns mehrere Prozesse auf Trab gehalten, im Februar begannen die Planungen für die bevorstehende Freiland-Saison und wir haben die Website viel hübscher gemacht. Schaut doch mal vorbei! Schon auf den ersten Blick ist jetzt zu sehen, wie viele Menschen bereits ihre Absichtserklärungen für die neue Runde abgegeben haben. Der Newsletter enthält: 1.Hurra, Freispruch! 2.Auch 2007 lassen wir der Gentechlobby keine Ruhe/ G8-Gipfelproteste 3.Gentechnikfreies Wochenende am vorletzten oder letzten Juli-Wochenende 4.Prozesse im Januar 5.Wunschzettel viel Spaß beim Lesen! 1. Hurra, Freispruch! Nach der ersten Gendreck-weg-Aktion 2005 in Strausberg wurden die beiden Imker Michael Grolm und Jürgen Binder verurteilt, weil sie mit einem Infoschreiben an alle Unterstützer und Unterstützerinnen zu Straftaten aufgerufen hätten. Jürgen außerdem noch, weil er Anmelder der Homepage www.gendreck-weg.de ist. Michael Grolm beantragte unterstützt von der Rechtshilfegruppe Revision. Mit Erfolg: Er wurde jetzt in zweiter Instanz freigesprochen. Damit blieb auch von Jürgen Binders Strafe "nur" ein Teil übrig, wegen der Internet-Seite. 2. Auch 2007 lassen wir der Gentechlobby keine Ruhe! Auch in diesem Jahr wird wohl - trotz so breiten Widerstandes und immer neuen alarmierenden Studien - wieder auf vielen Feldern Genmais und auf einigen Versuchsfeldern auch anderes manipuliertes Saatgut ausgebracht. Wie schon 2006 wird Brandenburg den traurigen Rekord der größten Genmais-Dichte erreichen. Wenn viele Menschen jetzt schon aktiv werden, lässt sich die eine oder andere Aussaat noch verhindern. Dort, wo wider alle Vernunft doch Gentechpflanzen wachsen, wollen wir auch in diesem Jahr mit zivilem Ungehorsam eingreifen und Felder befreien. Wer möchte, kann übrigens einen schönen Film über die Aktion 2006 bestellen. Mehr unter: www.gendreck-weg.de bzw. www.cinerebelde.org Anfang Juni findet in Heiligendamm an der Ostsee (bei Rostock) der sogenannte G8-Gipfel der mächtigsten Industrieländer statt. Die Regierungen dieser Länder unterstützen alle mehr oder weniger die Risikotechnologie auf den Äckern, ihnen steht die Konzernlobby näher als die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft. Vielfältige Proteste werden ihnen deutlich machen, dass es so nicht weitergeht. Ein breites Bündnis von Initiativen, die im Landwirtschaftsbereich aktiv sind, mobilisiert zum Aktionstag am Sonntag vor dem Beginn des Gipfels (3. Juni). Mehr: http://dissentnetzwerk.org/wiki/Aktionsnetzwerk_globale_Landwirtschaft 3. Gentechnikfreies Wochenende am vorletzten oder letzten Juli-Wochenende Wer macht mit? Wir wollen auch in diesem Jahr ein großes gentechnikfreies Wochenende im schönen Brandenburg auf die Beine stellen. Menschen mit Spaß am Vorbereiten, mit guten Kontakten zu Bio-Lebensmittelquellen und einfach guten Ideen sind dabei herzlich willkommen. Für den Sonntag dieses Wochenendes kündigen immer mehr Menschen ihre Absicht an, selbst an einer freiwilligen Feldbefreiung teilnehmen zu wollen. Die aktuelle Liste der Menschen, die eine solche Erklärung für 2007 schon abgegeben haben, sowie ein Formular für solche Erklärungen finden sich unter www.gendreck-weg.de. Bist Du schon dabei? Ort (nicht weiter als 1,5 Stunden von Berlin!) und genauen Termin geben wir sobald wie möglich bekannt. Die Homepage informiert aktuell. 4. Erste Prozesse im Januar Zum Jahresende erhalten die einen liebe Weihnachtsgrüße - zahlreiche Feldbefreierinnen und Feldbefreier fanden in der Post Einladungen zum Prozess. Die ersten acht von ihnen mussten sich am 11. Januar in Zehdenick wegen "gemeinschaftlicher Sachbeschädigung" verantworten. Der Saal war voll, da zahlreiche Gentechnik-GegnerInnen ihre Solidarität mit den Angeklagten ausdrücken wollten. Nacheinander fanden ihre Verhandlungen statt. Der Richter musste sich von einigen der Feldbefreier Nachhilfe geben lassen über die Risiken der Gentechnik. Immerhin bekannte er, auch gegen Gentechnik zu sein. Ein wichtiges Argument der Angeklagten wollte er aber nicht gelten lassen: Sie beriefen sich auf den Notstandsparagrafen, der es erlaubt, eine große Gefahr auch mittels einer Sachbeschädigung abzuwenden. Fast alle Angeklagten erhielten 10 Tagessätze zu 14 bis 40 Euro. Einem der Feldbefreier gelang es, seinen Prozess platzen zu lassen. Er hatte seine Akte genau studiert und Widersprüche bei den Polizeizeugen entdeckt. Weitere Aktive haben Strafbefehle erhalten - es wird also auch deshalb Fortsetzungen geben. Im Netz findet sich der Aufruf der Angeklagten: Tagessätze weg! Denn gemeinsam getragen brauchen die Strafgelder niemanden mehr schrecken. www.gendreck-weg.de/rechtshilfe.htm Am 18. Januar standen sich vor dem Zivilgericht der Imker Michael Grolm von Gendreck-weg und der Anwalt des Monsantokonzernes Stiebler gegenüber. Schon vor dem Gebäude des Landgerichtes in Neuruppin konnten die Journalisten ihre Fotoapparate zücken. Eine Mauer aus Bienenkästen war dort aufgerichtet, die Kästen trugen den Schriftzug "Wir klagen Monsanto an!" Der Gentechanbauer, der 2006 der Aktion auf seinem Feld zusehen musste, wollte eine Erklärung von dem Berufsimker haben, dass der nie wieder seinen Feldern zu nahe käme. Die konnte er natürlich nicht bekommen. Da die Konzernseite aber getrödelt hatte mit dem Zustellen schriftlicher Unterlagen zu ihrer Klage, endete der Termin vorzeitig und erstmal noch ohne Urteil. 5. Wunschzettel, vermischtes Wir wünschen uns keine einzige Gentech-Pflanze auf den Feldern! Ja, das ist uns klar: Das schenkt uns keiner, das müssen wir gemeinsam erstreiten. Aber auch die anderen Wünsche haben es zum Teil in sich: Gebrauchtes Handy gesucht Unser Handy für Aktive hat den Geist aufgegeben. Ist auch eine harte Arbeit für das kleine Gerät gewesen, all die Telefonate im letzten Juli. Jetzt suchen wir einen Nachfolger, damit eilige Fragen auch per Telefon beantwortet werden können. Hast zu zufällig ein funktionstüchtiges, gebrauchtes Handy für uns? Das wäre super! Aktion at gendreck-weg.de Deine Karriere beim Aktions-Materialversand? Es gibt inzwischen ein Gendreck-weg T-shirt (mehr als eines!). Es gibt Aufnäher, Luftballons, Filme. Aber keine gut organisierte Vertriebs-Möglichkeit. Das kleine ehrenamtliche Büroteam versucht zwar, jede Bestellung zeitnah zu bearbeiten, aber weil immer so viel anderes anliegt, fällt das oft schwer. Wenn die Saison erst beginnt und wieder viel mehr Menschen viel mehr Fragen haben, wird es noch schwieriger. Deshalb suchen wir Unterstützung! Vielleicht gibt es aber ja Menschen, die gerne Bestellungen bearbeiten, Päckchen packen, Rechnungen schreiben? Schon zur Kür würde es gehören, Büchertische, alternative Versände und Infoläden anzusprechen, ob von denen jemand unsere Materialien auch haben möchte. Deine Rückmeldung würde große Freude auslösen. Schreib an: klabauterina at web.de Aktiv und draußen: Aktionen von FÖJ-Aktiven und anderen? Schon jetzt ist es gut, viele Menschen über Agrogentechnik und die Feldbefreiungen zu informieren. Und auch das Gesicht der Aktionstage selbst lebt von der Kreativität vieler Menschen. 2006 waren unser gentechnikfreies Camp und die Aktion besonders schön, weil die Lebenslaute mit einer eigenständigen Konzertgruppe dabei war - und schließlich ein eigenes Konzert im Maisfeld organisierte. Wir freuen uns über Vielfalt beim Aktionscamp, bei der Aktion selbst - und in den Wochen und Monaten davor. Wenn ihr gerade ein FÖJ absolviert oder jemanden kennt der dies tut, dann überlegt doch mal mit euren FreundInnen und "KollegInnen", ob es nicht ein Seminar gibt, bei dem es sich anbietet auch einen Workshop zu Thema Gentechnik anzubieten. Wir könnten euch bei der ReferentInnensuche unterstützen. Bitte meldet euch unter: aktion at gendreck-weg.de Bücherkauf zu Gunsten von Gendreck-weg Wer einen netten Buchladen in der Nähe hat, sollte dem unbedingt die Treue halten! Aber Menschen, die sowieso via Internet Bücher bestellen, können ohne Mehrkosten die Arbeit von Gendreck-weg unterstützen. Ganz einfach bei jedem Kauf über www.bonus-buecher.de. Dann nur noch die Kontonummer von Gendreck-weg angeben - und außer dem bestellten Buch geht eine kleine Spende an die Arbeit gegen Agrogentechnik auf die Reise. A propos Spende "Im Märzen der Bauer, die Rösslein anspannt..." Der Gentechmais wird zum Glück noch nicht im März ausgebracht, aber unsere Vorbereitungen müssen schon an Fahrt gewinnen. Wir freuen uns über Spenden, die uns helfen, die Organisationskosten zu tragen. Wir arbeiten alle ehrenamtlich für die Initiative, können aber z.B. die Fahrtkosten zu den Treffen nicht immer privat tragen... Spendenkonto-Nummer: STOP GMO e.V. Konto-Nr.:2003983401 BLZ:43060967 Bank:GLS Gemeinschaftsbank. ... das war`s für heute. Mit lieben Grüßen Jutta Sundermann für das Team Gendreck-weg Gendreck-weg mailto:aktion at gendreck-weg.de _______________________________________________ Newsletter-feldbefreiung Mailingliste JPBerlin - Politischer Provider Newsletter-feldbefreiung at listi.jpberlin.de http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/newsletter-feldbefreiung From 078222664-0001 at t-online.de Fri Mar 9 22:50:57 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Fri, 9 Mar 2007 22:50:57 +0100 Subject: [Gen-Info] [Berufsimker] "Bienen-AIDS" in USA (fwd) References: Message-ID: <1HPmzJ-17iRmB0@fwd35.sul.t-online.de> Bienen-AIDS/Massivstes Bienensterben seit Menschengedenken in den USA Sehr große Sorgen bereiten den Imkern hierzulande hingegen das Massensterben der Bienen in den USA. Seit dem Herbst 2006 berichten die Imker dort vom Sterben zehntausender Bienenkolonien. Anders als in Deutschland, wo der Schwerpunkt der Imkerei in der Honigerzeugung liegt, gibt es in den USA Imkereien, die sich auf die Bestäubung der großen Mandel- und Blaubeerplantagen sowie weiterer Kulturen konzentrieren. Diese Großimkereien bewirtschaften teilweise zehntausende von Völkern und überwintern in den warmen Südregionen der USA. Von den Überwinterungsquartieren aus brechen die Imker mit ihren Völkern dann auf und fahren die entsprechenden Plantagen zur Bestäubung an. Seit Herbst 2006 sterben jedoch die Bienenvölker in bisher 24 US-Bundesstaaten und die Bienenwissenschaftler stehen vor einem Rätsel. Die beobachteten Symptome lassen sich bisher keiner bestimmten Ursache wie einem Krankheitserreger zuordnen. Zusammenbrechende Bienenkolonien verlieren innerhalb kurzer Zeit die Bienen, die zum Sterben ihren Kästen verlassen. Zurückbleibende Bienen zeigen Verhaltensauffälligkeiten und weisen alle möglichen bakteriellen und viruellen Infektionen bis hin zu Pilzerkrankungen auf. Für dieses Erscheinungsbild haben die US-Bienenforscher den Begriff Colony Collapse Disorder geprägt, was man auch genausogut mit Bienen-AIDS bezeichnen kann. Es scheint, dass das Immunsystem der Bienen zusammenbricht - ohne daß die Ursache bekannt ist. Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass die leeren Bienenkolonien samt Wabenbau und Honigvorrat nicht von anderen Schadinsekten wie Wachsmotten und Beutenkäfer aufgesucht werden, die sonst sofort zur Stelle sind, wenn eine Kolonie zu schwach ist, um sich zu verteidigen. Bislang wurden bei untersuchten Bienen keine neuen bakteriellen oder viruellen Erreger gefunden. Am Rande der Tagung des Europäischen Berufsimkerbundes in Graz wurde bekannt, dass ähnliche Beobachtungen auch aus Indien gemeldet worden sind. Ursache Gentechnik oder Pestizide? Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß Bienen-AIDS in Staaten auftritt, die sich dem Druck der Gentechnik-Industrie gebeugt haben und den Anbau von genmanipulierten Pflanzen zulassen. So hat der Anbau von genmanipuliertem Bt-Mais in den USA in den letzten beiden Jahren sehr stark zugenommen und Bt-Maispollen wird eben auch als Eiweissquelle von Bienen genutzt. Verändert wurden auch die Bt-Maissorten. Die Imker fragen sich nun, ob die genveränderten Bestandteile des Bt-Mais sowie die Nervengifte, diedurch das Beizen des Saatgutes in die Pflanze eingebracht werden, das Immunsystem der Bienen zusammenbrechen lassen. Auch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide werden im Hinblick auf Bienen-AIDS neu untersucht werden müssen. Fest steht, dass man sich ein Aussterben des bedeutendsten Bestäubers der von Menschen genutzten Kulturpflanzen nicht leisten kann. Der Gegenwert der für die Bestäubungsleistung angesetzt wird, wird allein in den USA bei etwa 40 Mrd. $ angesetzt, wobei der Wert der Bestäubungsleistung für die Natur nicht zu ermessen ist. Auf dieser Leistung der Honigbienen beruht das Nahrungsangebot und damit der Erhalt vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten. Um es kurz zu formulieren: Bienen werden gebraucht- Monsanto & Co. nicht! [...] Imkerei und Schaubienenstand Honighäuschen Klaus Maresch Drachenfelsstraße 92 53117 Bonn From 078222664-0001 at t-online.de Fri Mar 9 22:50:58 2007 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Fri, 9 Mar 2007 22:50:58 +0100 Subject: [Gen-Info] [FR] Gatersleben: Fuer Gen-Weizen sollen schuetzenswerte Pflanzen weichen (fwd) References: Message-ID: <1HPmzK-17iRmC0@fwd35.sul.t-online.de> Hallo Leute! Sicherlich sind nicht alle BefürworterInnen der Agro-Gentechnik Verbrecher. Mit Blick auf die Vorgänge bei Gatersleben fragen sich allerdings manche: Wo bleibt da Seehofer mit seinen schönen Worten? Ciao Klaus Schramm klaus.schramm at bund.net Gen-Weizen Schützenswerte Pflanzen sollen weichen Versuche mit Gen-Weizen bedrängen die Samenbank für Kulturpflanzen in Gatersleben: Der Bund verlangt, die Vermehrung der alten Saaten zu verlagern. VON STEPHAN BÖRNECKE Die Samenbank des Leibniz-Instituts Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben in Sachsen-Anhalt beherbergt einen großen, lebendigen Schatz: Dort lagern, gut gekühlt, 148 000 Muster von 2500 Kulturpflanzen, darunter allein 64 000 Varietäten seltener Getreidesorten. Um sie zu erhalten, werden die Sorten von Zeit zu Zeit auf umliegenden Beeten vermehrt. Das Institut und Partnerfirmen unternehmen auf IPK-Flächen inzwischen aber auch Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen, etwa mit Gen-Erbsen als Pharma-Futter für Schweine oder mit Weizen, dessen Protein-Gehalt aufgepeppt wurde. Kritiker wie der Verein zur Erhaltung und Reaktivierung von Nutzpflanzen (Vern), der mit Pflanzen aus Gatersleben arbeitet, sehen die alten Landsorten durch mögliche Auskreuzungen gefährdet, wenn Pollen von Gen-Weizen auf schützenswerte Arten treffen. Der Verein, den Bauern-, Züchter-, Umwelt- und Ärzteinitiativen unterstützen, hat jetzt gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Genehmigungsbehörde geklagt. Das BVL habe das von den Genpflanzen ausgehende Risiko für die Bewahrung der Eigenschaften der alten Getreidesorten nicht ausreichend berücksichtigt. Es fehle ein zuverlässiger Schutz für alte Sorten. Da selbst das BVL ein Risiko in dem auf zwei Jahre angelegten Gen-Weizen-Versuch nicht ausschließt, hatte das Amt Vorbehalte gegen den Freisetzungsversuch am Standort der Samenbank geäußert. Doch das Institut hielt am Gen-Weizen-Projekt fest. Daraufhin reagierte das BVL mit einer ungewöhnlichen Forderung: Nicht der Gen-Weizen, der seit dem Herbst auf gerade 0,12 Hektar wächst, müsse umsiedeln, sondern die Vermehrungsflächen der Samenbank, die 25 Hektar umfassen, sollten umquartiert werden. Das Amt verlangt von dem je zur Hälfte vom Land Sachsen-Anhalt und vom Bund finanzierten IPK, "Überlegungen" zu unterbreiten, "welche Maßnahmen Sie ergreifen wollen, um die Vermehrung" der alten Sorten an einen neuen Standort zu verlagern. Wie das IPK auf diese Forderung reagiert, bleibt offen. Es lehnte am Mittwoch eine Stellungnahme ab. Geht es auf die Forderung des Bundesamtes ein, mutiert das 90 Hektar große Institutsgelände endgültig zum Dorado der Gentech-Industrie und zum Zentrum der Biotechnologie-Offensive des Landes Sachsen-Anhalt. Die soll das Land zu einem "führenden Life Science-Standort" ausbauen. Inzwischen siedelten sich auf dem Gelände vier Biotech-Firmen an, darunter die BASF-Tochter Sungene und das Unternehmen Novoplant, dessen Versuche mit Gen-Erbsen in die Kritik gerieten. Vern und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) verlangen von Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU), das "verantwortungslose Treiben" des Bundesamtes und den Freisetzungsversuch zu stoppen. Damit würde er sich um die Bewahrung des Kulturerbes in Gatersleben verdient machen. Frankfurter Rundschau vom 8.3.2007 http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?sid=8b061879e8c85881aabf 9f26f49f918d&em_cnt=1090031