From 078222664-0001 at t-online.de Tue Aug 22 22:39:53 2006 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Tue, 22 Aug 2006 22:39:53 +0200 Subject: [Gen-Info] illegaler Gen-Reis von BAYER taucht in den USA auf Message-ID: <1GFd2P-22kAct0@fwd35.sul.t-online.de> Frankfurter Rundschau, 21. August 2006 USA: Genreis entdeckt Washington - Nicht zugelassener Genreis von Bayer ist in den USA in Reis-Containern für den Markt entdeckt worden. Bei den Spuren handele es sich um die Genreis-Sorte Llrice 601, die ein Protein enthalte, das den Reis gegen bestimmte Unkrautvernichtungsmittel resistent mache, so das US-Landwirtschaftsministerium. Gefahr für Verbraucher oder Umwelt bestehe nicht. Es ist unklar, woher der Genreis genau stammt. Mit der Sorte wurden in den USA Feldversuche unternommen, die aber 2001 endeten. Bayer arbeite eng mit den Behörden zusammen, so der Konzern. Pläne, den verunreinigten Reis zurückzurufen oder gar zu zerstören, gibt es nicht. "Es gibt nichts, was wir gesehen haben, das diesen Schritt rechtfertigen würde", sagt US-Landwirtschaftsminister Mike Johanns. Eine Untersuchung sei eingeleitet. Bayer Crop-Science, Pflanzenschutztochter des Konzerns, hat inzwischen die Zulassung der Genreis-Sorte in den USA beantragt - obwohl Bayer nach eigenen Angaben nicht vorhat, die Reis-Sorte in den USA zu vermarkten. Verbraucherschützer sparen nicht mit Kritik. "Die Biotech-Industrie handelt weiter unverantwortlich und ohne die Regeln zu beachten", sagt Greg Jaffe vom Center for Science in the Public Interest: "Der Vorfall wird nur die Unsicherheit der Verbraucher im Hinblick auf die Technik verstärken." Experten gehen davon aus, dass die USA in diesem Jahr eine Reis-Ernte im Wert von 1,88 Milliarden Dollar haben; die Hälfte davon ist für den Export bestimmt. US-Reis-Pflanzer haben derzeit einen Anteil von etwa zwölf Prozent am weltweiten Reis-Handel. rtr From 078222664-0001 at t-online.de Tue Aug 22 22:39:55 2006 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Tue, 22 Aug 2006 22:39:55 +0200 Subject: [Gen-Info] Nach dem Skandal in den USA: "Gen-Reis von Bayer nicht in der EU zulassen!" (fwd) References: Message-ID: <1GFd2R-22kAcv0@fwd35.sul.t-online.de> Hallo Leute! Nach den beiden zuvor weitergeleiteten Artikeln von gestern und heute hier eine Stellungnahme der Bürgerinitiative 'Coordination gegen BAYER-Gefahren'. Ciao Klaus Schramm klaus.schramm at bund.net Presse-Information vom 22. August 2006 Nach dem Skandal in den USA: "Gen-Reis von Bayer nicht in der EU zulassen!" Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert die europäischen Behörden auf, keine Import-Genehmigung für gentechnisch veränderten Reis zu erteilen. Der jüngste Skandal in den USA belege, dass sich die Risiken von modifizierten Pflanzen nicht kontrollieren ließen. Am Wochenende hatten US-Behörden bekannt gegeben, dass in mehreren amerikanischen Bundesstaaten herkömmlich angebauter Reis mit der von BAYER CropScience hergestellten Sorte LL 601 kontaminiert ist. Der genmanipulierte Reis ist resistent gegen das von BAYER hergestellte Herbizid Liberty Link. Die US-Landwirtschaftsbehörde kennt weder den genauen Umfang der Verunreinigung noch ihre Ursache. Japan verhängte daraufhin einen sofortigen Import-Stopp für Langkorn-Reis aus den USA. In der Europäische Union kam der kontaminierte Reis offenbar bereits in den Handel. Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG): "Der Fall bestätigt alle Befürchtungen: eine nicht zugelassene gentechnisch veränderte Reis-Sorte landet in der Nahrungskette, und niemand weiß, wie sie dort hineingelangt ist. Der Umfang der Verunreinigung ist ebenso unklar wie die gesundheitlichen Risiken für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Dies muss Konsequenzen für die Zulassung von Gen-Reis in der EU haben". BAYER hatte 2003 in der EU eine Import-Zulassung für genmanipulierten Reis der Sorte LL 62, der ebenfalls gegen Liberty Link resistent ist, beantragt. Insgesamt neun EU-Mitgliedsstaaten äußerten Bedenken, weswegen die European Food Safety Authority (EFSA) bis heute keine Zulassung erteilt hat. Die CBG fordert die Bundesregierung auf, sich gegen eine Importgenehmigung von LLRice62 auszusprechen. BAYER ist weltweit zweitgrößter Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut. In Europa will das Unternehmen gentechnisch veränderte Pflanzen wie Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais in den Markt drücken. Die weltweit folgenschwerste Entscheidung betrifft jedoch die Zulassung von Gen-Reis. Neben den Risiken für die Konsumenten stehen dabei besonders die Auswirkungen in den Anbau-Ländern, vornehmlich in Asien, im Blickpunkt. Philipp Mimkes: "Die Einführung von Gen-Reis hätte dramatische Konsequenzen. Millionen Bauern in den Ländern des Südens, die bislang durch Tausch und Eigenzüchtungen ihr Saatgut selbst produzieren, drohen in Abhängigkeit von multinationalen Konzernen zu geraten - die Verwendung ihrer Ernte als Saatgut wäre wegen des Patentschutzes künftig verboten. Durch den bereits in der "grünen Revolution" beobachteten Konzentrationsprozess würden Millionen Landwirte ihre Existenz verlieren und in die Elendsgebiete rund um die Metropolen abwandern." Dr. Suman Sahai, Direktorin der indischen Initiative Gene Campaign, warnt vor den ökologischen Risiken für ihr Heimatland: Lokal angepasste Reissorten würden durch Hochertragssorten verdrängt, was zu erhöhten Schädlingsaufkommen, verstärktem Einsatz gefährlicher Pestizide und einer Verringerung der Artenvielfalt führt. weitere Informationen: Flugblatt "Reis in Gefahr": 20046GenReis.pdf Umweltverbände schreiben an 25 EU-Regierungen Übersichtsartikel "Bitterer GenReis" Umweltverbände gegen EU-Import von gentechnisch verändertem Reis Briefing about the food safety and environmental risks of Bayer's GMO rice Coordination gegen BAYER-Gefahren www.CBGnetwork.org Fon 0211-333 911, Fax 0211-333 940 Fordern Sie per eMail kostenlos weitere Informationen an. Unsere Arbeit braucht Spenden. Überweisen Sie bitte auf GLS-Bank Konto 8016 533 000 / BLZ 430 609 67 oder spenden Sie online Stärken Sie uns den Rücken, werden Sie Fördermitglied. Beirat Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern Prof. Jürgen Junginger, Designer, Krefeld Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln Dorothee Sölle,Theologin, Hamburg (gest. 2003) From cecile.lecomte at gmx.de Tue Aug 22 16:00:04 2006 From: cecile.lecomte at gmx.de (Cilou) Date: Tue, 22 Aug 2006 16:00:04 +0200 Subject: [Gen-Info] Frankreich: 70% der Versuchsfelder vernichtet Message-ID: <44EB0DE4.7030902@gmx.de> Liebe FreundInnen Ich mache 'ne kleine Zusammenfassung von Nachrichten aus Frankreich. Die FeldbefreierInnen sind dieses Jahr weiterhin gegen GMO sehr aktiv. Die Bewegung hat sich in Vergleich zu den Anfängen vor ein paar Jahren dezentralisiert und in Ortsgruppen organisiert. Was eine Vielzahl von Aktionen mit jeweils zw.20 u. 200 TeilnehmerInnen ermöglicht hat. Die letzte Vollversammlung hat mitte Juli stattgefunden. über 2000 Personen haben das kostenlose Konzert von les Têtes Raides besucht, er wurde dadurch viel für die Bewegung gespendet. Inzwischen haben 6100 Personen die Absichts-solidaritätserklärung zur Feldbefreiung unterschrieben. Allein bei der letzten Vollversammlung unterschrieben 1200 neue Leute. Viele Aktionen haben statt gefunden und es kommen bestimmt noch weitere. Die einen finden in der Öffentlichkeit statt, die anderen in der Nacht. Die FeldbefreierInnen gehen manchmal am Tag darauf zur Gendarmerie um sich selbst zu denunzieren. Es ist zu weniger Aueinandersetzungen mit der Polizei gekommen, weil die Anzahl von Aktionen, auch in der Öffentlichkeit, sich deutlich vermehrt hat, die Stukturen sind nicht mehr so durchsichtbar und die Polizei kann nicht überall sein. Es liegt auch daran, dass die AktivistInen jetzt wissen wann sie ihre öffentliche Aktion abbrechen sollen, um Polizeigewalt vorzubeugen. Die Staatsmacht verfolgt seinerseits fleißig. Das Ministerium teilte vor einem Jahr mit, die FeldbefreierInnen seien zu bestrafen und Schnellvertfahren seien zu bevorzügen. So kommt es immer öfter dazu, dass die FeldbefreierInnen für ein paar Tage eingeknastet werden und dann vor Gericht gestellt werden. Aber bisher haben die Richter immer eine Frist gegeben, damit die AktivistInnen Zeit haben, ihre Verteidigung vorzubereiten. Es wurde natürlich verurteilt (Geldstrafen und meistens zwischen 2 und 4 Monate Knast auf Bewährung, ohne Bewährung für die Wiederholtäter). Es gab auch Erfolge: Der Freispruch von Versailles in erster Instanz gilt immer nocht, es steht noch keinen Termin vor der Berufungskamer fest. Monsanto France hat Geld auf dem Konto des Bauernverbands Confédération Paysanne zwangsweise gepfändet (die Organisation wurde zu sehr hohen Geldstafen verurteilt wegen u.a. Aktion von 1997) und musste damit aufhören, weil das Gericht fesgestellt hat, dass Monsanto France in dieser Juristischen Form seit 2001 nicht mehr existiert. Weiterhin wurde festgestellt, dass Versuchsfelder von Monsanto, die 2004 angebaut wurden, illegal waren. Und der Erfolg ist im Feld zu spüren: Im Frühjahr wurden Felder durch Aussäen von Bio-Getreide neutralisiert ZAhreiche Aktionen, im Sommer zumindest eine Feldbefreiung pro Woche in der Zeitung. Zum Beispiel: 30. Juli 200 AktivistInnen zerstören Mais kommerzieller Anbau in St Hilaire bei Toulouse 31 Juli, in Daux, Nähe Toulouse, 5 Personen blieben bis zum Dienstag in Gewahrsam, Prozess am 19. September 19. August, Gers 300 AktivistInnen zerstörten 3 Hekar Mais kommerzieller Anbau. (Antiatom- AktivistInnen kamen nach einem internationalen Treffen in der Dordogne noch spontan dazu... Die AKWs in der Nähe waren bewahrt, aber die Felder nicht, oder zu wenig :-) Viele Aktionen in der Nähe von Orléans, etc... Fakt ist: etwa 70% der Versuchsfelder wurde vernichtet. über kommerziellem Anbau habe ich keine Zahlen (schwieriger einzuschätzen) DAs war's für heute Cécile