From 078222664-0001 at t-online.de Mon Jun 21 23:56:40 2004 From: 078222664-0001 at t-online.de (Klaus Schramm) Date: Mon, 21 Jun 2004 23:56:40 +0200 Subject: [Gen-Info] Studie zu Gen-Milch drei Jahre geheim gehalten Message-ID: <1BcWmO-1CH83E0@fwd05.sul.t-online.com> Hallo Leute! Wie heißt es so schön: "Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!" Ciao Klaus Schramm klaus.schramm at bund.net 21.06.2004 Wissenschaftsskandal Negative Studie zu Gen-Milch drei Jahre geheim gehalten Gen-Futter ist doch in der Milch nachweisbar Manipuliertes Erbgut aus Futter-Pflanzen wie Gen-Soja und Gen-Mais, die auch hier in Deutschland bereits im Einsatz sind, läßt sich in der Milch von Kühen nachweisen, denen dies verfüttert wurde. Drei Jahre lang wurde ein Untersuchungsbericht des Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel in Weihenstephan, Bayern, unter Verschluß gehalten. Aus dieser Studie geht hervor, daß in der Milch von Kühen, denen genmanipulierte Futtermittel zu fressen gegeben wurden, Teile der Erbsubstanz der eingesetzten Gen-Pflanzen zu finden sind. Greenpeace veröffentlichte heute diesen Untersuchungsbericht, den Unbekannte der Umwelt-Organisation zugespielt hatten. So ist auch das gerade eben erst durch den Bundestag geschleuste Gentechnik-Gesetz, das vorgeblich eine Koexistenz regeln soll, obsolet. Kritisiert wurde schon seit einiger Zeit, daß alle Nahrungsmittel als "gentechnik-frei" deklariert werden sollen, die nicht unmittelbar genmanipulierte Bestandteile enthalten. Doch 80 bis 90 Prozent aller Gen-Pflanzen werden als Futtermittel vermarktet und gelangen durch die Mägen von Kühen, Schweinen und Hühnern in die Nahrungskette. So können die KundInnen im Supermarkt keineswegs die vielgepriesene "Abstimmung mit dem Einkaufskorb" realisieren.(1) Bisher wurde von Seiten der Genforscher und der Konzerne behauptet, Gen-Pflanzen würden in der Verdauung der Tiere abgebaut und könnten auch nicht in Spuren in Fleisch oder Milch gelangen. In den analysierten Milchproben wurde jedoch - so die veröffentlichte Studie - die Erbsubstanz von genmanipuliertem Roundup-Ready-Soja und Gen-Mais der Sorte Bt 176 nachgewiesen. Greenpeace fordert nun weitere Studien und die Kennzeichnung von tierischen Produkten, die mit Hilfe von Gen-Futter erzeugt wurden. Was die Genforschung bisher als unmöglich dargestellt hatte, müsse nun anders bewertet werden, erklärte Greenpeace. In der aktuellen Kampagne gegen Müller-Milch und bei der Klage, die der Branchenführer dagegen angestrengt hat, kann die veröffentlichte Studie zum Zünglein an der Waage werden. Müller-Milch verweigert laut Greenpeace jede klare Auskunft darüber, ob die verarbeitete Milch von Kühen stammt, die mit Gen-Pflanzen gefüttert wurden. Unterlassungsklage gegen die Greenpeace-Kampagne hat Müller-Milch beim Landgericht Köln eingereicht. Am Mittwoch, 23. Juni, will das Gericht über die Klage entscheiden. Klaus Schramm Anmerkung: 1 Siehe auch unseren Artikel 'Müller-Milch verklagt Greenpeace' Motto: Milch stinkt nicht trotz Gen-Futter (2.06.04) www.netzwerk-regenbogen.de/genmueller040602.html Hinweis: Seit 1998 besteht ein Gen-Moratorium in Europa, das aber - insbesondere durch den Druck der US-Regierung - in Frage gestellt ist und bereits 2003 hätte fallen sollen. In der Schweiz wurden bis Mitte 2003 über 110.000 Unterschriften für den Erhalt des dortigen Gen-Moratoriums gesammelt. Damit ist der Weg in der Schweiz für einen Volksentscheid beschritten. Bei der Unterschriften-Aktion zum Erhalt des Gen-Moratoriums in Deutschland kamen bisher über 330.000 Unterschriften zusammen. Das hat bereits einige Beachtung gefunden. Um den Druck zu erhöhen, muß die Beteiligung noch erheblich gesteigert werden - Vordrucke für Unterschriften-Listen können von der Internet-Seite www.gen-moratorium.de heruntergeladen werden.